CALLAS ASSOLUTA

ein Film von Philippe Kholy
F 2007, 98 min, franz. OmdtU
Bundesstart 20. Dezember 2007


ARTHAUS MUSIK GmbH
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KURZINHALT
Königin des Belcanto, Inbegriff der Diva, eleganteste Frau der Welt, Kultobjekt, Göttin – Maria Callas war schon zeitlebens ein Mythos. Philippe Kohlys Dokumentarfilm CALLAS ASSOLUTA zeigt die öffentliche und die private Callas, ihr bewegtes, oft tragisches Leben, ihr schwieriges Verhältnis zum Publikum und zu den Medien. Ein Film über Licht und Schattenseiten des Starkults.


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SYNOPSIS
Maria Callas war die ‘Primadonna assoluta' des 20. Jahrhunderts. Vor 30 Jahren, am 16. September 1977, verstarb die Operndiva einsam in ihrem Pariser Appartement.

Der Dokumentarfilm CALLAS ASSOLUTA über das Leben der Sängerin ist mithilfe von umfangreichem Archivmaterial zu einem wahren Lebensroman geworden, der die Doppelnatur der Starsopranistin als Frau und als Künstlerin zeigt, die am Ende nicht nur ihre große Liebe, sondern auch ihre Stimme verlor.

Der Regisseur Philippe Kohlys hat über ein Jahr in acht Ländern das Material dieses Films recherchiert – viele Szenen, Fotos und Amateuraufnahmen werden zum ersten Mal überhaupt gezeigt.
Es hat Sängerinnen gegeben, die eine größere Naturstimme besaßen, aber Maria Callas gehörte zu den Künstlern, die der Gesangskunst neue Wege eröffnet haben.

Der romantischen Belcanto-Oper, deren Ziergesang zur Kür von zwitschernden Koloratursopranen verniedlicht wurde, hat sie den Rang einer dramatischen Höhenkunst zurückgegeben. Und wenn man heute sagt, die Callas hätte die Oper „zurück ins Leben geführt“, so lässt sich damit vergleichen, was Philippe Kohly mit seinem Film CALLAS ASSOLUTA erreicht: die Persönlichkeit und Menschlichkeit einer leidenschaftlichen Künstlerin hinter dem ‚Mythos Callas' deutlich zu machen.

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LANGINHALT

DIE ÖFFENTLICHE UND DIE PRIVATE CALLAS
Paris, 1958: Maria Callas in der Pariser Oper – die Hohepriesterin in ihrem Tempel.

Das französische Fernsehen überträgt live zur Primetime, Callas läutet mit ihrem Auftritt den Beginn einer neuen Ära in der französischen Politik ein. Auf dem anschließenden Festessen lernt sie Onassis kennen – und eine leidenschaftliche und tragische Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang.

KINDHEIT UND JUGEND
Die Familie Kalegoropoulos sind griechische Einwanderer, die 1923 in der griechischen Gemeinde in Queens, New York, leben. Ein Sohn wird erwartet – doch eine Tochter kommt zur Welt. Eine zweite – die Mutter ist enttäuscht und lässt diese Enttäuschung zeitlebens an Maria aus.

Nach der Weltwirtschaftskrise und sechs Umzügen lässt sich die Familie in einem Arbeiterviertel zwischen Harlem und Bronx nieder.

Maria darf nicht mit anderen Kindern spielen, sie ist einsam und muss oft die Schule wechseln. Als sie mit dem Singen beginnt, ist ihre Mutter begeistert und steuert die musikalische Ausbildung. In einer örtlichen Bibliothek hört Maria eine Aufnahme von

Rosa Poncelle, der berühmten ‚Norma' der Met. Schulauftritte folgen und Gesangs-wettbewerbe im Radio. In einem gewinnt Maria den zweiten Preis – und ihre Stimme wird zum ersten Mal aufgezeichnet.

Mit 13 geht die Mutter mit ihren beiden Töchtern zurück nach Athen – Maria fühlt sich fremd, spricht nur schlecht griechisch, hat vor lauter Klavier- und Gesangsstunden kaum Freizeit, entwickelt Essstörungen.

In ihrer Gesangslehrerin Elvira de Hidalgo findet sie eine Ersatzmutter und erhält ein Stipendium für das Athener Konservatorium. Mit 17 bekommt sie ihre erste Gage als Sängerin.

1941 wird Athen von den deutschen Nationalsozialisten besetzt. Das Volk hungert, aber das Opernleben wird am Leben gehalten. Maria Callas bekommt mit 18 ihre erste Hauptrolle (‚Tosca') und singt vor deutschen Offizieren. Mit ihrem Gesangspartner hat sie ihre erste Affäre. Nach der Befreiung 1944 darf Maria nicht mehr auftreten, weil sie sich von den Nazis hat engagieren lassen.

KARRIEREBEGINN
Maria Callas fährt alleine nach New York, zum Vater. Dort ist sie nur ein Provinzsternchen, Vorsingen bleiben erfolglos, sie hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Zenatella, der Direktor des Festivals von Verona, entdeckt Maria für die Rolle der ‚Gioconda', die sie vor 23000 Menschen singt. Sie lernt den Industriellen und Opernliebhaber Battista Meneghini kennen, der ihr Agent und Liebhaber wird. In Italien muss sie unpassende dramatische Rollen auf kleinen Bühnen singen. Sie geht wieder nach New York.

Dort wird sie von Francesco Siciliani wieder für Italien engagiert – sie soll in Florenz auftreten. Zum ersten Mal gibt sie die ‚Norma'. Im Januar 1949 ist sie an der Fenice-Oper in Venedig, singt die ‚Walküre' und ersetzt binnen einer Woche die kranke Sängerin der ‚Elvira' in ‚I Puritani'. Sie meistert drei Oktaven und begeistert ganz Italien. Es folgt die Hochzeit mit Meneghini und der Entwurf eines Projekts: LA CALLAS.

STAR!
Argentinien, Mexiko. Südamerika liegt ihr zu Füßen. Maria lässt ihre Mutter kommen, die auf Zuwendungen hofft und ihre Tochter mit Verleumdungskampagnen erpressen will. Es kommt zum völligen Kontaktabbruch – später wird die Mutter Maria tatsächlich in einem Interview als undankbare Tochter darstellen.

Gesanglich erreicht sie eine neue Stufe – sie entdeckt das Belcanto-Repertoire für sich: Bellini, Donizetti, Verdi. An der Mailänder Scala ist diese Rollenfach von Renata Tebalda besetzt – trotzdem schafft Maria Callas dort durch ihre Vielseitigkeit und Disziplin den Durchbruch: 1955 wird dort ihr erfolgreichstes Jahr. Auch äußerlich sieht man ihr die Starentwicklung an – sie nimmt ab, überwindet die Bulimie, entdeckt die Mode und gute Fotografen. Sie freundet sich mit Luchino Visconti an, der für sie seine ersten Opern inszeniert.

An der Scala singt sie zum zweiten Mal die ‚Norma' – in der Rolle einer leidenschaftlich wütenden Frau, hinter der ein warmherziger Mensch steckt, erkennt sie sich wieder.

Der beginnende Starruhm bringt eine innere Spaltung mit sich – als Callas wird sie wie eine Göttin verehrt, als Frau fühlt sie sich ungeliebt und unsicher. Öffentlich ist sie eine Diva in der Tradition der Duse und der Bernhardt – als Sängerin und Schauspielerin gleichermaßen – , privat ist sie bürgerlich und penibel.

1956 regiert sie die Scala allein – Renata Tebaldi ist an die Met gegangen. Dorthin (wo sie als junge Sängerin abgelehnt wurde) zieht es auch die Callas. Ihre ‚Norma' wird ein verspäteter Triumph.

Auch ihr Privatleben wird aufregender – sie geht auf Partys, hat jüngere Freundinnen und emanzipiert sich mehr und mehr vom deutlich älteren Meneghini.

LIEBESENTZUG
In Athen fällt zum ersten Mal in Maria Callas' Karriere ein Konzert wegen Stimmproblemen aus. In Edinburgh bittet sie im letzten von fünf Auftritten um Ersetzung. Bilder gehen um die Welt, in der sie auf ausschweifenden Partys ihrer in sie vernarrten Freundin Elsa Maxwell zu sehen ist – als Umschwärmte des internationalen Jet Sets.

Drei Monate später in Rom der Skandal: In einer ‚Norma'-Vorstellung, live im Fernsehen übertragen, in Anwesenheit des italienischen Präsidenten, vor Menschen, die tagelang für ihre Karte angestanden haben, versagt ihre Stimme. Maria Callas flieht durch den Hinterausgang vor einer aufgebrachten Menge. Niemand glaubt ihr die Stimmprobleme – sie wird als kapriziös und frivol bezeichnet.

Maria Callas geht nach Lissabon und singt die ‚Traviata'. In Mailand versucht sie es wieder vor italienischem Publikum mit der ‚Anna Boleyn' – mit mäßigem Erfolg. Nach kurzer Rast am Gardasee geht sie auf USA-Tour – dort will sie nicht das Repertoire des letzten Jahres singen und wird daraufhin von der Met gefeuert. Auch in Paris gibt es Schwierigkeiten mit den Vorgaben des übertragenden Fernsehsenders – die hohen Ansprüche des Publikums, das keine Schwäche duldet, wird ihr bei angeschlagenem Selbstbewusstsein zur Qual. Sie haben eine Diva aufs Podest gehoben – doch der Mensch dahinter wird nicht akzeptiert. Ein einziger Ausfall als Folge einer Erkältung hat jahrelange Konsequenzen. Das Verhältnis zu Kritikern und Publikum ist getrübt.

Als Maria Callas Aristoteles Onassis kennen lernt und sich von ihm verführen lässt, stürzt sich die Presse auf ihren Scheidungsprozess gegen Meneghini. Wieder wird das Bild der Undankbaren kolportiert. Eine private Tragödie kommt hinzu: die Sängerin bringt einen Jungen zur Welt, der noch am Tag seiner Geburt stirbt.

1960 singt sie nur zwei Opern. Sie macht weniger Termine und verlangt sich nicht mehr soviel ab wie früher.

1961 noch ein großer Triumph: als ‚Medea' im historischen Amphitheater von Epidavros. Die Callas singt ihre Lebensrolle und muss 17 Zugaben singen.

Onassis besucht sie nur manchmal, die Sängerin lebt einsam in einem Hotelzimmer in Paris.

Der junge Regisseur Franco Zeffirelli holt sie wieder auf die Bühne. Eine weitere ‚Norma', eine weitere ‚Tosca' – doch die Ermüdungserscheinungen sind offensichtlich. Mit 41 Jahren nimmt Maria Callas Abschied von der Oper.

LEBEN NACH DER OPER
Maria Callas zieht nach Skorpios, auf die Privatinsel von Onassis. Sie nimmt die grie-chische Staatsbürgerschaft an, um den Reeder heiraten zu können – doch der heiratet, ohne sie vorzuwarnen, die Präsidentinnenwitwe Jackie Kennedy.

Pier Paolo Pasolini bietet ihr die Hauptrolle in seiner ‚Medea'-Verfilmung an – sie spielt leidenschaftlich, aber der Film wird ein Misserfolg. Kurz danach begeht sie in Paris einen Selbstmordversuch.

Eine neue Aufgabe sollen die Meisterklassen werden, die sie in New York an der Juilliard School gibt. Doch auch das ist ein kurzzeitiges Engagement. Immer noch trifft sie Onassis. Als sie sich auf eine Affäre mit ihrem alten Partner Giuseppe di Stefano einlässt, überredet er sie, mit ihm auf Konzertreise zu gehen. Die Auftritte machen deutlich, wie sehr ihre Stimme nachgelassen hat.

Die letzten Jahre verbringt sie in Paris. Ohne rechte Aufgabe. Sie gibt Interviews, hört ihre alten Aufnahmen, nimmt Schlaf- und Aufputschmittel.

Kurz nach dem Tod von Onassis stirbt auch Maria Callas an einer Lungenembolie. Ihre Asche wird gestohlen, angeblich taucht sie aber wieder auf, kurz bevor sie in Griechenland beigesetzt werden soll. Kein Museum bemüht sich um den Nachlass – er wird an Privatleute versteigert.

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DER FILM
Regisseur Philippe Kohly breitet eine Unmenge an Archivmaterial aus, um das Leben der Callas zu erzählen. Mitschnitte ihrer Auftritte, Interviews für die Fernsehsender, private Filmaufnahmen, Fotos, aber auch die Bühnekostüme ihrer berühmtesten Rollen illustrieren eine Lebensgeschichte als künstlerische Laufbahn und persönliche Biografie gleichermaßen.

Ein Leben, das zum großen Teil von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, die im bewunderten Star eigentlich keinen Menschen mehr sieht. Philippe Kohly zeigt diese Callas, ihre glamourösen Auftritte, ihre Verwandlungen – und macht die Verführungskraft ihrer Stimme hörbar. Doch er zeigt auch ‚Maria', deren Geschichte im Wesentlichen die eines ungeliebten Kindes ist, einer emotionalen Spätentwicklerin und einer nie wirklich emanzipierten Frau. Die Callas der Fernsehinterviews berichtet über ihre Bühnenrollen analytisch und mit großer Distanz – über sich selbst erzählt sie nichts. Fotos aus ihrem Privat-leben zeigen eine bürgerliche Callas, die in hausfraulichen Tätigkeiten Erfüllung findet.

Spannend ist das Interview mit ihr und Luchino Visconti, in dem beide zugeben, wie sehr ihre Mitarbeiter unter ihrem Perfektionismus leiden. Bezeichnend auch die Aussagen ihrer ersten Gesangslehrerin Elvira de Hidalgo, die erzählt, dass sie niemals jemand Disziplinierteres unterricht habe als Maria Callas.

Mit dem ‚Karriereknick' in Rom beginnt der Film eine andere Geschichte zu erzählen – über Erfolgsdruck, die Erwartungen an einen Star und das Leben eines Kultobjekts. Einen Mythos, der just in dem Moment bröckelt, als Maria Callas als Privatperson sichtbar und ihre Affäre mit Onassis bekannt wird. Dieses private Bild wird in CALLAS ASSOLUTA in Filmaufnahmen deutlich, die Grace Kelly an Bord der Onassis-Yacht ‚Cristina' gemacht hat und die im Film zu sehen sind. Auch von Callas und Onassis sind private Super8-Aufnahmen zu sehen.

CALLAS ASSOLUTA ist mit großer Wärme aus der Perspektive der Sängerin erzählt. Und liefert damit vielleicht einen Schlüssel für die Leidenschaftlichkeit, die Maria Callas in ihren Rollen zum Ausdruck gebracht hat.

Ein Dokumentarfilm, der sich nicht auf eine Jahrhundertstimme beschränkt – sondern ein Leben zeigt, dass diese Stimme erst hervorgebracht hat. Und nebenbei viel darüber erzählt, wie Künstler zu einem allgemeinen Besitztum werden und daran zerbrechen können.

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DER REGISSEUR
Phillipe Kohly dreht seit einigen Jahren abendfüllende Dokumentarfilme für das französische Fernsehen. Bisher entstanden SERVAN-SCHREIBER – EINE EUROPÄISCHE FAMILIENSAGA (2002), YVONNE DE GAULLE, LE RENDEZ-VOUS DE NOVEMBRE (2006), LINE RENAUD – UNE HISTOIRE DE FRANCE (2006) und CALLAS ASSOLUTA (2007), der bei den Filmfestspielen in Venedig in der Reihe ORRIZONTI uraufgeführt wurde.

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DAS TEAM
Regie und Buch: Philippe Kholy
Kamera: Philippe Kohly, Stella Libert, Stéphane Massis
Schnitt: Annette Dutertre
Ton: Daniel Gries, Vinent Mauduy, Stéphane Thiébaut
Musikalische Beratung: Elise Luguern
Sprecherin: Philippe Faure
Regieassistenz: Chiara Girardi
Produzent: Frédéric Luzy
Ausführende Produzenten: Jennifer Bauche, Thomas Arbez, Kostas Spiropoulos (ERT)
Produktion: Swan Productions

Koproduktion: ARTE France Cinéma, ERT, in Zusammenarbeit mit Backup Films und Coficup 2 (Backup Films, Arthaus Musik, MK2 S.A., SBS-Australia, Bim Distribuzione), mit freundlicher Unterstützung durch Région Ile-de-France, Centre National de la Cinématographie, Procirep, Angoa-Agicoa, Ministère des Affaires Etrangères, Télévision Suisse Romandie, zusammen mit Teatro della Scala di Milano, Museo Teatrale alla Scala die Milano

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Stand 11/07 - Irrtümer vorbehalten