CARAVAGGIO

ein Film von Derek Jarman
GB 1986, 93 Minuten, Farbe, OmU

Regie: Derek Jarman
Buch: Derek Jarman
nach einer Idee von Nicholas Ward-Jackson

Kamera: Gabriel Beristain
Schnitt: George Akers
Musik: Simon Fisher Turner
Ausstattung: Christopher Hobbs
Kostüme: Sandy Powell
Produzentin: Sarah Radcliffe
Auführender Produzent: Colin MacCabe
Produktion: British Film Institute

in Zusammenarbeit mit Channel Four Television



KURZINFORMATION

Derek Jarman (1942-1994) verfilmt 1986 das Leben des letzten großen Malers der italienischen Renaissance Michelangelo Merisi, der sich nach seinem Geburtsort Caravaggio nennt. In Form einer experimentellen Annäherung beleuchtet der wohl berühmteste britische Filmemacher der 80er Jahre vor allem den Aspekt eines Künstlers, der zwischen der Welt seiner Förderer und Gönner und jener seiner mittellosen Modelle hin- und hergerissen ist, letztlich in allen sozialen Sphären zum Außenseiter wird und am Ende einer ungewollt durch ihn ausgelösten Intrige zum Opfer fällt. Die filmische Biografie des Malers, den Jarman bewusst in die Nähe Pasolinis oder Genets rückt, erzählt mindestens genauso viel über den Künstler Derek Jarman (der selbst Malerei studiert hat) wie über den Renaissance-Maler: Beide haben zu Lebzeiten mit ihrem künstlerischen Werk sowohl großen Einfluss ausgeübt als auch für Aufregung gesorgt. Nicht wenige Zeitgenossen nahmen an der kontroversen Ausstrahlung der Werke und an der ständigen Provokation der moralischen Sitten des Entstehungskontextes Anstoß.

Aufsehenerregend und adäquat ist Jarmans visuelle Gestaltung des Künstlerportraits: wie Caravaggio, der als wichtigster Vertreter des clair-obscur gilt (der dramatischen, nicht-realistischen Lichtgestaltung), meißelt der Filmemacher nur die Teile des Bühnenbilds aus dem Dunkel, die in der Szene eine dramatische Bedeutung haben. Dieses Konzept, aus der Notwendigkeit geboren, einen historischen Film mit einem minimalen Budget drehen, hat Jarman später weiter entwickelt (EDWARD II., WITTGENSTEIN) und es wird heutzutage z.B. von Lars von Trier (in seiner "Amerika-Trilogie") aufgegriffen. Für CARAVAGGIO erhielt Jarman 1986 auf der Berlinale einen Silbernen Bären für die besondere künstlerische Gestaltung.

Der Maler selbst erhält im Rahmen der Ausstellung AUF DEN SPUREN DES GENIES (Museum Kunst Palast in Düsseldorf, 9.9.06 – 7.1.07) seine erste große Retrospektive in Deutschland.


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INHALT

Der Maler Michelangelo Merisi (Nigel Terry), geboren 1571 in Caravaggio in der Nähe von Mailand, liegt im Sterben. Er befindet sich in einem armseligen Raum im toskanischen Porto Ercole, die einzige Hilfe bekommt er von seinem stummen Gefährten Jerusaleme. Gerade erst ist er vierzig geworden; sein Gesicht ist unrasiert, von Narben und den Spuren eines wilden Lebens übersäht. Er ist seit Jahren auf der Flucht und liegt jetzt fernab seiner Heimat im Sterben. Ein jämmerlicher Tod für einen Künstler seiner Bedeutung. In Fieberträumen und erotischen Fantasien vermischen sich Episoden seines aufregenden Lebens mit den Visionen seines nahenden Todes.

Nachdem er als Junge bei einem Maler in die Lehre gegangen ist, zieht es den jungen Michele Caravaggio (Dexter Fletcher) nach Rom, wo er seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht damit verdient, eigene Bilder auf der Straße zu verkaufen. Obwohl er fast verhungert, portraitiert er sich selbst als Bacchus. Im Krankenhaus erhält er Besuch vom Kardinal Del Monte (Michael Gough), einem Kunstliebhaber, der Gefallen an seinen Werken gefunden hat. Caravaggio arbeitet daraufhin für den Kardinal und erhält als Gegenleistung ein Zimmer und ein Atelier in dessen Palast. Unter Del Montes Patronat kann er etwas Schulbildung nachholen und erhält als Künstler einen ersten öffentlichen Auftrag für die Kirche San Luigi dei Francesi in Rom: Er soll Die Berufung des Heiligen Matthäus und das Martyrium der Heiligen Processus und Martinianus malen.

Es fehlt ihm die rechte Inspiration für diesen Auftrag. Er betrinkt sich in einem Wirtshaus und entdeckt dort den jungen Spieler und Tagelöhner Ranuccio Thomasonio (Sean Bean). Caravaggio macht aus dem schönen und ungebildeten Ranuccio ein Modell für den gemarterten Heiligen. Ranuccio wiederum genießt die Aufmerksamkeit und das Geld des Künstlers, der eine ganze Gruppe mittelloser "Modelle" in seinem Palast wohnen lässt. Das Auftragswerk nimmt Formen an und die Atelieratmosphäre erotisiert sich, zumal Caravaggio auch Ranuccios Frau, die schöne Prostituierte Lena (Tilda Swinton) malt. Aus einer Wette und dem erotischen Spiel wird Ernst und ein mit Messern ausgetragener Kampf zwischen Caravaggio und Ranuccio endet mit einer Verletzung Caravaggios. Die entstehende Dreiecksbeziehung zwischen Lena und den beiden Männern vertieft sich dadurch umso mehr.

Der Marquese Vincenzo Giustiniani (Nigel Davenport), ein einflussreicher Bankier, der Caravaggio vor dem Aufschrei der Offiziellen schützt, die sich von den Gemälden schockiert zeigen, indem er sie kurzerhand selbst kauft, wählt Caravaggio dazu aus, den Triumphierenden Eros (Amor als Sieger) zu malen. Caravaggio lädt aus diesem Anlass sowohl Ranuccio als auch Lena zu einer von Giustinianis beliebten freizügigen Gesellschaften ein. Lena wird inmitten des dekadenten Trubels dem beeindruckten Kardinal Scipione Borghese (Robbie Coltrane) vorgestellt, der ein Neffe des Papstes und einer der mächtigsten politischen Figuren Roms ist. Am Rand der Gesellschaft verbreitet Baglione (Jonathon Hyde), ein rivalisierender Maler, Gerüchte über Caravaggios angebliche moralische Verdorbenheit.

Eine Tragödie zeichnet sich ab, als Caravaggio Lena zum Modell seiner Maria-Magdalena-Darstellung macht. Sie nutzt das Portrait, um Borghese zu verführen. Als sie schwanger wird, lässt sie offen, von wem das Kind ist. Sie verlässt Ranuccio und Caravaggio, weil sie sich in der Dreierbeziehung überflüssig fühlt und zieht zu Borghese. Wenig später findet man ihre Leiche im Tiber. Ranuccio, der verhaftet und des Mordes angeklagt wird, beteuert seine Unschuld und macht Borghese für die Tat verantwortlich. Caravaggio glaubt ihm, verbreitet das Gerücht, übergibt dem Papst (dem Onkel Borgheses) eine Petition und erwirkt schließlich, indem er ein Gemälde für den Papst anfertigt, Ranuccios Freilassung. Das Bild ist ein Porträt der toten Lena, mit dem sich Caravaggio wie besessen beschäftigt und das er schließlich „Der Tod Mariens“ nennt.

Als der freigelassene Ranuccio beim betrunkenen Maler auftaucht, enthüllt er ihm seine Schuld am Tod Lenas – er hat sie geopfert, um mit ihm allein zu sein. Bestürzt über diese Nachricht tötet Caravaggio seinen Liebhaber und er begibt sich gemeinsam mit seinem treuen Begleiter Jerusaleme, den er als Kind einer armen Familie abgekauft hat, auf die Flucht, die nach vier Jahren in Porto Ercole endet.


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CARAVAGGIO (1571-1610)

Michelangelo Merisi da Caravaggio, als Sohn eines Maurers 1571 geboren, wird heute als letzter großer Maler der Italienischen Renaissance bezeichnet. Er wurde von dem noch minderjährigen Mailänder Maler Peterzano unterrichtet, bevor er mit 19 Jahren nach Rom ging. Dort arbeitete er als Assistent des Künstlers Cavaliere Cesare d’Arpino. Sein erster Förder wurde der Kardinal Del Monte, der bei ihm Genrebilder wie den „Lautenspieler“ bestellte und ihm später zu wichtigen öffentlichen, von der katholischen Kirche ausgeschriebenen Aufträgen verhalf.

Als Pionier eines Stils, der als clair-obscur bekannt geworden ist und sich durch eine charakteristische theatralische Lichtgestaltung auszeichnet, beeinflusste er so unterschiedliche Maler wie Rubens, Rembrandt und Velasquez.

1606 tötete er einen Freund in einer Messerstecherei und floh daraufhin zunächst nach Neapel, dann nach Malta. Nachdem er sich schließlich in Neapel niedergelassen hatte, erwirkten einflussreiche Freunde Amnestie für seine Tat und bereiteten seine Rückkehr nach Rom vor. Das Boot fuhr jedoch ohne ihn ab, da er aufgrund einer Verwechslung mit einem Raubtäter vorher verhaftet wurde. Mittellos und verzweifelt versuchte er, seine Habseligkeiten wiederzubekommen, die allerdings zwischenzeitlich nach Neapel transportiert worden waren. Nach einem Zusammenbruch starb Caravaggio im Alter von nur 40 Jahren an Fieber, vom Hunger und der Hitze ausgelöst.



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CARAVAGGIO UND DEREK JARMAN

In mancher Hinsicht geht es in Jarmans CARAVAGGIO genauso um den Künstler Derek Jarman wie um den Maler des siebzehnten Jahrhunderts. Beide haben zu Lebzeiten mit ihrem künstlerischen Werk sowohl großen Einfluss ausgeübt als auch für Aufregung gesorgt. Nicht wenige Zeitgenossen nahmen an der kontroversen Ausstrahlung ihrer Werke wie auch an der ständigen Provokation der moralischen Sitten der Entstehungszeit Anstoß.

In der Zusammenarbeit mit dem befreundeten Kunsthändler Nicholas Ward-Jackson, dessen Idee das Filmprojekt ursprünglich war, begann Jarman immer mehr, sein eigenes Leben mit der Figur des Renaissancemalers zu verzahnen. Außerdem entwickelte sich in dieser Zeit Jarmans eigentliches Interesse für das Filmemachen, und sowohl das wilde Leben als auch der revolutionäre Gebrauch der hellen und dunklen Farben machten aus Caravaggios Stil und Person eine interessante Film-Vorlage. In der Tat kann der Maler als eigentlicher Erfinder der filmischen Beleuchtung angesehen werden. Es war das erste Mal, dass die Helligkeit von Farben eine dramatische Funktion erhielt – heute ist das eine der Fähigkeiten, durch die sich im Wesentlichen Kameramänner und –frauen auszeichnen.

Von der Gesellschaft, in der er lebte, marginalisiert, gewann die Geschichte des Künstlers, der erst im Laufe der letzten zwanzig bis dreißig Jahre "rehabilitiert" wurde (durch die Möglichkeit, heutzutage offen über seine offensichtliche Homosexualität sprechen zu können), für Jarman eine immer größere Bedeutung. Allein auf der Grundlage einer Analyse seiner Gemälde würden heute die meisten Kritiker und Kunsthistoriker übereinstimmen, dass Caravaggios Homosexualität und das sie damals begleitende Bewusstsein von Schuld und Isolation für sein Leben und Werk eine zentrale Bedeutung hatte. Seine Biographie weist mehr Parallelen zu Genet oder Pasolini auf als etwa zu Cellini, dem Abenteurer unter den Renaissancemalern.

Caravaggio war ein Künstler der Unterwelt. Wo sich in der Entwicklung seines Werks ein immer tiefergehendes religiöses Bewusstsein widerspiegelt, war sein Privatleben geprägt von Schlägereien, Duellen, Verhaftungen und einem Verleumdungsfall, der 1606 in einem Mord gipfelte. Dieser Zwiespalt spiegelte sich auch in seiner künstlerischen Arbeit wider, in der er Prostituierte, Zuhältern und Straßenjungs als Modelle engagierte, um mit ihnen religiöse Szenen darzustellen. Mehrere von der Kirche in Auftrag gegebene Altarbilder wurden als unschicklich wahrgenommen und abgewiesen. Zu einer Zeit, in der man religiöse Darstellungen möglichst idealisiert und abstrahiert sehen wollte, war Caravaggios "dynamischer Realismus" skandalös, obwohl gerade die mächtigsten Gönner seiner Zeit sich diese Bilder gierig unter den Nagel rissen. Einmal in ihrer Welt akzeptiert, erfuhr er Schutz und Unterstützung durch die einflussreichsten Personen der italienischen Gesellschaft, selbst als er eines Mordes für schuldig befunden wurde.

„Ein Film über einen Homosexuellen, einen Künstler, über einen Mörder, nicht über ein Opfer. Ein eher unangenehmer Mensch.“
(Derek Jarman)

CARAVAGGIO entstand in verlassenen Lagerhäusern entlang der Themse in London mit einem $ 715.000-Budget vom britischen Filminstitut. Aus seinen eher spärlichen Möglichkeiten entwickelte Jarman ein wegweisendes Konzept. Bewusst versuchte er keine illusionistische Nachbildung des 17. Jahrhunderts, sondern macht die Kulissen als solche deutlich, um den Realitätsanspruch von der Ausstattung auf das Thema zu verlagern. Die größte Sorgfalt ließ er dabei, streng in der Tradition Caravaggios, dem Licht zukommen, das die künstlichen Arrangements immer wieder verdichtet und lebendig macht. Der V-Effekt der sichtbaren Kulissenhaftigkeit wird verstärkt durch Details aus der Entstehungszeit des Films: elektrische Barbeleuchtung, ein Taschenrechner, Zuggeräusche und eine Schreibmaschine machen deutlich, dass die Perspektive auf die Figuren einem heutigen Interesse an ihnen entspringt. Auch darin konnte sich Jarman auf Caravaggio berufen: dessen biblische Figuren verpasste der Maler die Kleidung des 17. Jahrhunderts.

Als Lars von Trier in seiner "Amerika-Trilogie" (beginnend mit DOGVILLE [2003]) Geschichten aus einem Amerika der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts erzählte, die er in einer Lagerhalle mit nur wenigen oder auf den Boden gezeichneten Requisiten inszenierte, haben nur wenige Filmkritiker darauf hingewiesen, dass das Konzept dieser anti-illusionistischen Filmarbeit von Derek Jarman stammt, der es in EDWARD II. (1991) und WITTGENSTEIN (1992) schon konsequent weiterentwickelt hatte.


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DEREK JARMAN (1942-1994)

Derek Jarman, wahrscheinlich Großbritanniens visionärster Filmemacher seit Michael Powell, hat sich im Laufe seiner Karriere mehrfach neu erfunden. Ob in seinen intimen, scheu-subversiven Kostümdramen oder in seinen experimentellen Kinogedichten: Jarmans Werk war immer ein Gegen-Entwurf zur englischen Tradition der Meisterwerkverfilmungen und, von einem der wichtigsten schwulen Filmemacher seiner Zeit, eine Inspiration für seine Generation.

1942 geboren, studierte Jarman Malerei an der Slade School in London. Sein Interesse an Kostüm- und Bühnenbilddesign brachte ihn zunächst zum Royal Ballet, danach zum Coliseum, wo er 1968 an einer Don-Giovanni-Inszenierung beteiligt war. Seine erste Filmarbeit wurde das Produktionsdesign von Ken Russells THE DEVILS (1970).

Derek Jarmans erster eigener Film SEBASTIANE konnte 1975 fertiggestellt werden, sein nächster, JUBILEE, wurde 1977 auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt. Darauf folgte THE TEMPEST, eine eigenwillige Adaption von Shakespeares DER STURM, der 1979 auf der Berlinale lief. Anfang der 80er drehte Jarman mehrere Kurzfilme, u.a. ein Musikvideo für Marianne Faithful. 1984 veranstaltete das Londoner Institute of Contemporary Arts eine Retrospektive mit Jarmans Bildern, im gleichen Jahr entstand der durch eine Reise in die Sowjetunion angeregte Kurzfilm IMAGINING OCTOBER. Außerdem stellte er Entwürfe für ein Ballett von Micha Bergese fertig und veröffentlichte sein erstes Buch, das autobiografische DANCING LEDGE.

1986 feierte CARAVAGGIO auf der Berlinale seine Uraufführung und gewinnt einen Silbernen Bären für seine künstlerische Gestaltung. Die Vorbereitung und Realisierung dieses Projekts kostete Jarman sieben Jahre, brachte ihm aber auch erstmals internationale Beachtung, vor allem in den USA, wo er danach als wichtigster innovativer Filmemacher gehandelt wurde. Im gleichen Jahr erfuhr Jarman von seiner HIV-Infektion. Auf den berüchtigten Clause 28 der Thatcher-Regierung (Verbot der Förderung von Homosexualität in öffentlichen Kontexten) reagierte er mit einer gesteigerten Behandlung des Themas in seinen Filmen. Im folgenden Jahr entstand THE LAST OF ENGLAND (gleichzeitig als Buch und als Film). Der Film gewann den L.A. Critics Award. 1988 inszenierte Jarman WAR REQUIEM nach dem Werk Bejamin Brittens; der Film enthält den letzten Leinwandauftritt von Laurence Olivier.

1989 entwarf Jarman die Bühnenshow der Pet Shop Boys-Tour. Es folgte die Produktion von THE GARDEN, die auch Thema seiner gesammelten Tagebücher ist, die unter dem Titel MODERN NATURE im selben Jahr veröffentlicht wurden und auch verstärkt Jarmans Kampf gegen die Auswirkungen seiner Infektion behandelten. Sein filmisches Werk wurde davon allerdings wenig beeinträchtigt: in den nächsten drei Jahren schaffte er es, in einem einzigartigen Energieausbruch drei Filme fertig zu stellen: EDWARD II (1991), WITTGENSTEIN (1992) und BLUE (1993). Der letzte entstand trotz einer fortschreitenden AIDS-bedingten Erblindung als eine Art "Hörfilm" – die Leinwand bleibt 70 Minuten lang einfach blau. Bei der Uraufführung während des New York Film Festivals im November 1993 erhielt Jarman eine minutenlange stehende Ovation.
Am 19. Februar 1994 starb Derek Jarman an AIDS.


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BIOGRAFIEN DER SCHAUSPIELER

NIGEL TERRY (Caravaggio)

Vor allem im historischen Rollenfach beschäftigt, sowohl auf der Bühne (er war u.a. Mitglied der Shakespeare Company) wie im Film (sein Debüt war Prince John in THE LION IN WINTER, 1968). Sein zweiter Filmauftritt war King Arthur in John Boormans EXCALIBUR (1981). Mit CARAVAGGIO (1986) begann die Zusammenarbeit mit Derek Jarman, die in THE LAST OF ENGLAND, WAR REQUIEM, EDWARD II und BLUE fortgeführt wurde. In Großbritannien ist Terry vor allem bekannt durch seine Fernsehauftritte, meist in historischen Serien (COVINGTON CROSS). In jüngerer Zeit arbeitete er mit Peter Greenaway (THE TULSE LUPER SUITCASES, Part I, 2003) und Wolfgang Petersen (TROY, 2004) zusammen.

SEAN BEAN (Ranuccio)
Beans Schauspieldebüt war der Tybalt in einer ROMEO UND JULIA-Produktion von 1983. Er trat daraufhin regelmäßig auf Londoner Bühnen auf, u.a. in der Royal Shakespeare Company. Im Kino wurde er zwar schnell auf die Rolle des bad guy festgelegt (PATRIOT GAMES, 1992; GOLDENEYE, 1995), er überzeugte aber auch als LADY CHATTERLEY’S LOVER in Ken Russels BBC-Inszenierung (1992). In letzter Zeit wurde er vor allem als Boromir in Peter Jacksons LORD OF THE RINGS-Trilogie populär (2001-03). Im Theater hatte seine MACBETH-Darstellung (2002) großen Erfolg. Diese Rolle wird er auch in John Mayburys COME LIKE SHADOWS (2008) verkörpern.


TILDA SWINTON (Lena)
Von Derek Jarman für den Film entdeckt, entwickelte sich Tilda Swinton nach dem Beginn einer vielversprechenden Bühnenkarriere und CARAVAGGIO schnell zu einer der außergewöhnlichsten und charismatischsten Filmschauspielerinnen Großbritanniens. Neben ihrer Beteiligung an allen folgenden Jarman-Filmen war es vor allem ihre Darstellung des ORLANDO (1992) von Sally Potter, mit der sie Aufsehen erregte. Außerdem spielte sie in Filmen von John Maybury, Danny Boyle, Cameron Crowe, Spike Jonze, Mike Mills und Jim Jarmush. 2006 wird sie in NICO zu sehen sein, der Verfilmung des Lebens der deutschstämmigen Velvet-Underground-Sängerin – natürlich in der Hauptrolle.


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Stand 08/06 - Irrtümer vorbehalten