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ein Film von Christoph Schuch Mit: Die Rockband Ton Steine Scherben und ihre Fans träumten von einer klassenlosen Gesellschaft. Was ist von den Träumen und Idealen der 68er-Generation gerade auch im heutigem Musikgeschäft geblieben? Der Film erzählt ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Geschichte von TON STEINE SCHERBEN, der bisher einflussreichsten deutschsprachigen Rockband und stellt vor allem die Frage, was am Beginn des 21. Jahrhunderts von ihrem Engagement für eine klassenlose Gesellschaft und den Ideen von 1968 übriggeblieben ist. Wie agieren heute Punk-Rocker, Hip-Hopper oder Bands der Hamburger Schule auf dem Musikmarkt ? Für oder gegen was singen sie? Was verbindet sie mit RIO REISER und den SCHERBEN, deren Songs von Liebe & Zorn in den 70er und 80er Jahren den Soundtrack zum politischen Protest der Studenten-, Hausbesetzer- und Umweltschutzbewegung lieferten, die 1970 mit Macht kaputt was euch kaputt macht den Punk vorwegnahmen, im gleichen Jahr als erste deutsche Band ihr eigenes Musik-Label gründeten und später vor ihrem Image als agitierende Music-Box von Berlin aus in eine Landkommune nach Nordfriesland flüchteten? Zwischen aktuellen und historischen Konzertmitschnitten kommen u.a. Musiker der Bands TON STEINE SCHERBEN, TOCOTRONIC, DIE STERNE, ELEMENT OF CRIME und DAS DEPARTMENT zu Wort. Es geht dabei um Widersprüche, Ansprüche, Feindbilder, Ideale und natürlich Musik. Durch die Verzahnung von Vertretern dreier Musikdekaden entsteht so ein aufschlussreicher Einblick in eine Standortbestimmung der kulturellen Linken im Jahr 2001.Jan Müller (TOCOTRONIC) Jakob Friderichs (ELEMENT OF CRIME) Gunnar Schroeder (DRITTE WAHL) Britta Neander (TON STEINE SCHERBEN / BRITTA) Jørn Hedtke (DAS DEPARTMENT) Funky K. Götzner (TON STEINE SCHERBEN / NEUES GLAS) Sechzig Stunden Material drehte die dreiköpfige Filmcrew: Von Fresenhagen an der dänischen Grenze bis Bad Reichenhall. Interviews, Impressionen und Konzerte (diese mit zusätzlichen Kamerateams) in Hamburg, Rostock, Berlin, Oranienburg, Frankfurt am Main... Regisseur Christoph Schuch machte sich auf die Suche nach engagierten und intelligenten Bands, die `im Geiste der Scherben´ Musik machen. Wobei Schuch den Spirit der Scherben mit Liebe und Zorn definiert. Die Frage war, ob es solche Musiker überhaupt noch gibt und wenn ja, wie sie heute arbeiten. Oder auch, warum es nicht mehr so ist wie anno 1970, als die Scherben bereits mit ihrem ersten Auftritt auf dem Love and Peace Festival auf Fehmarn ihren Mythos schufen. Da war der Autor noch im Kindergarten, er entdeckte die Scherben für sich zehn Jahre später. Die Musik schlug dann jedoch genauso heftig bei ihm ein, wie die Polizeiknüppel, mit denen er im Flörsheimer Wald Bekanntschaft machte. In diesem Wald steht heute die Startbahn West. Eines von vielen konkreten Beispielen, die deutlich machen, daß wir in einer Gesellschaft leben, in der Aktienkurse oft wichtiger sind als das soziale Miteinander. Ob sich mit diesem Modell wirklich so viele Menschen angefreundet oder abgefunden haben, wollte Schuch auf dem musikalischen Sektor herausfinden. Denn zeitgenössische Musik ist immer ein guter Seismograph für die Gemütslage einer Gesellschaft. Oft genug beschlich ihn das Gefühl, daß es nur ein kleiner Schritt vom zornigen jungen Mann zum verbitterten Altlinken sein kann. Der Film ist auch eine Verbeugung vor RIO REISER und TON STEINE SCHERBEN, denen viele von uns so viel zu verdanken haben. Eine Geschichte wird erzählt, deren Facetten und Widersprüche vielen bisher noch nicht bewußt waren, wenn gleich die SCHERBEN-Story für viele von uns auch ein Teil ihrer eigenen Geschichte ist. Darum stellt sich für Protagonisten wie Zuschauer immer wieder die Frage: Wo stehen wir jetzt? Was haben wir gewollt? Was möchten wir erreichen? Diese Analyse ist ein erster Schritt, wenn man neue Verbündete, Handlungsweisen oder Ideale sucht – beziehungsweise alte überprüft. Der Film ist darum auch als ein Beitrag zu der derzeit so defensiv geführten Debatte um die Ideen und Ideale von 1968 zu verstehen. Top >>
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