| DEVIL'S MINER - DER BERG DES
TEUFELS
ein Film von Richard Ladkani & Kief Davidson
USA/D 2004, 82’, Farbe, Spanisch mit dt. Voiceover
Mit:
Den Minenarbeiter des Cerro Rico, Basilio Vargas, Bernardino Vargas,
Vanessa Vargas, Manuela Altica Vargas, Braulio Jancko, Padre Jesus,
Saturnino Ortega
Stab:
Regie & Produktion: Kief Davidson & Richard Ladkani
Kamera: Richard Ladkani
Schnitt: Kief Davidson
Musik: Leonardo Heiblum & Andrés Solis
Zweite Kamera & Ton: Tobias Corts
Locations: Raul Mamani
Produktions Management: Anita Ragette & Kathleen Davidson
Mischung: Andy Rudroff, Oliver Vorderbruegge, David Glaser
Produzenten: Kief Davidson & Richard Ladkani
Koproduzent: Werner Vennewald
Eine Produktion von URBAN LANDSCAPES und LA MITA
LOCA FILM PRODUCTION
In Zusammenarbeit mit PROVOBIS FILM und LATINO PUBLIC BROADCASTING
FESTIVALS
Internationales Filmfestival Rotterdam 2005
Best First Feature, Hot Docs Festival Toronto 2005
Best Documentary Filmmakers, Tribeca Film Festival 2005
Humanitarian Award "Rotary Club Prize", Mexico City Film Festival 2005
Best Film "Golden Geant", Trento Mountain Film Festival 2005
Best International Documentary, Jerusalem Film Festival 2005
INHALT
Basilio Vargas (14) und sein Bruder Bernardino
(12) kennen ihr Metier: Sie sind Mineros, Bergarbeiter. Ihr
Arbeitsplatz sind die 450 Jahre alten Stollen des Cerro Rico, des
"Reichen Berges" von Potosí. Dort, wo es einmal die
größten Silbererzvorräte der Welt gab, oberhalb von
Potosí, der 4300 Meter über dem Meer gelegenen
bolivianischen Stadt, die einst so bedeutend war wie London, Paris oder
Berlin, arbeiten Basilio und Bernardino unter Tage als Lastenschlepper,
Schubkarrenfahrer und Sprengloch-Meisler. Der Vater der Kinder ist mit
35 an einer Staublunge gestorben. Würden die Beiden nicht jeden
Tag bis zu 10 Stunden Schwerstarbeit in den Stollen verrichten,
gäbe es zu Hause nichts zu Essen.
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HINTERGRUND
Sieben Jahre lang kämpften der heute in
München lebende österreichische Filmemacher Richard Ladkani
und sein nordamerikanischer Kollege Kief Davidson darum, einen Film
über die Geschichte der Bergarbeiterkinder von Potosí zu
realisieren. 2004 war es endlich soweit: Sie stiegen mit Basilio und
Bernardino in 1500 Meter in den Berg hineinreichende, teilweise
völlig ungesicherte Schächte hinab, erlebten die
unsäglichen Arbeitsbedingungen unter Tage, die tägliche Angst
der Kinder vor Dynamit-Unfällen, herabstürzenden
Gesteinsbrocken, Gasexplosionen und dem Erstickungstod durch
Staubwolken. In der klaustrophobischen Enge der über 20.000 Tunnel
und Stollen des Cerro Rico, bei Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius
und einer Atemluft, die zu 20 Prozent mit giftigem Arsen-Gas
angereichert ist, entstanden so nie zuvor gesehene Bilder von
atemberaubender Intensität.
Es sind die beiden Protagonisten, Basilio und
Bernardino, die die Zuschauer durch ihre Welt führen, mit den
Regeln des täglichen Kampfes um das Überleben im Berg
vertraut machen. Kein Sprecher kommentiert, kein Erwachsener
erklärt oder relativiert die verstörenden Bilder im Licht der
kleinen Flammen der Karbitlampen an den Helmen der Kinder. Richard
Ladkani und Kief Davidson zeigen in ihrem Film voller Sensibilität
und Respekt, welche ungeheure Leistung Kinder in dem ärmsten Land
Südamerikas für das Überleben ihrer Familien erbringen
müssen und dabei trotzdem keine Minute lang aufhören, von
einem anderen, besseren Leben zu träumen. In einer der
stärksten Szenen des Filmes offenbart Basilio, dass er
Grundschullehrer werden will, um den Kindern, die nach ihm und seinem
Bruder Bernadino kommen, einen Ausweg aus den Stollen des Cerro Rico zu
zeigen.
Unterstützung durch die
Kindernothilfe
Die Kinder aus den Stollen des Cerro Rico wollen nur
Eines: Überleben, der Mine entkommen, in die Schule gehen, einen
Beruf erlernen, ihren Familien dadurch helfen, dass sie für sich
eine alternative Einkommensmöglichkeit erschließen. Basilio
und Bernardino werden auf Initiative von Richard Ladkani seit Ende 2004
im Rahmen des Kindernothilfe-Patenschaftsprogramms gefördert. Der
Filmemacher stellte den Kontakt zum Kindernothilfepartner CDR in
Potosí her, der mit seinem Projekt "Niñez Minera del
Cerro Rico" (90031) darum kämpft, zumindest die Ernährungs-,
Gesundheits- und Schulsituation der kleinen Mineros von Potosí
zu verbessern. 200 Kinder werden derzeit in dem direkt an den
Stolleneingängen des Cerro Rico gelegenen Projekt unterstützt
und betreut. Mit den Kindern und Jugendlichen, aber auch ihren
Müttern und Geschwistern, bemüht sich CDR engagiert,
Perspektiven für einen definitiven Ausstieg aus den
Bergwerksstollen zu entwickeln - also nach Verdienst- und
Einkommensmöglichkeiten zu suchen, die den lebensgefährlichen
Knochenjob unter Tage ersetzen können.
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KINDERARBEIT
Die Situation der arbeitenden Kinder und
Jugendlichen
In der auf 4.200 ü.d.M. gelegenen
bolivianischen Bergwerksstadt Potosí arbeiten annähernd
6.500 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 16 Jahren unter
unerträglichen Bedingungen rund um den Cerro Rico, dem
“reichen Berg”, im Silber- und Zink- und Bleibergbau sowie auf den
Abraumhalden und den unterschiedlichsten Dienstleistungen und
“Zubringer”-Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bergbau.
Mindestens 800 von ihnen sind unter Tage als Lastenschlepper,
Lorenbelader oder Sprengloch-Meißler tätig. Für
ungefähr vier Dollar am Tag und ohne Arbeitsverträge
verrichten die Kinder bis zu 10 Stunden Schwerstarbeit in den engen,
nassen und ungesicherten Stollen.
Die Bedingungen unter Tage sind so
gesundheitsschädlich – Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius,
schwefelhaltiger Staub und giftige Dämpfe sowie eine hohe
Verletzungsgefahr durch Sprengungen – dass die durchschnittliche
Lebenserwartung für einen Bergarbeiter angesichts der fehlenden
Sicherheitsvorkehrungen bei gerade einmal 38 Jahren liegt. So entsteht
ein Teufelskreis, der verwitwete, alleinstehende Mütter und
todkranke Väter dazu zwingt, die Kinder in den Stollen zu
schicken, um das Überleben der Familie zu sichern.
Viele Kinder leiden unter schweren
Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Problemen und Infektionen der Augen
und der Haut, haben aber keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die
Mangelernährung tut ihr Übriges zur desolaten Lage der
Mädchen und Jungen, die meist in Armenvierteln rund um die
eigentlichen Bergarbeitersiedlungen von Potosí wohnen, wo es
keine Kanalisation und oftmals kein fließendes Wasser und Strom
gibt. Unter diesen schwierigen Lebensbedingungen suchen viele
Erwachsene Zuflucht im Alkohol, was zu erhöhter Gewalt in den
Familien führt.
Aufgrund der äußerst hohen
Arbeitsbelastung erreicht zudem kaum einer der Jugendlichen einen
qualifizierten Schulabschluss. Die extreme Armut der
Bergarbeiterfamilien und die mangelnde Bildung und Ausbildung sind also
gleichzeitig Ursache und Auswirkung der Kinderarbeit.
DAS
PROJEKT
Ein generelles Verbot von Kinderarbeit ist vor
diesem Hintergrund weder sinnvoll noch durchzusetzen, denn damit
würde man den Familien ihre Lebensgrundlage entziehen. Umso
wichtiger ist es jedoch, die Arbeitsbedingungen der Kinder und
Jugendlichen zu verbessern und ihren Familien einen Perspektive
jenseits des Bergbaus zu eröffnen. Genau dies ist das Ziel der
Kooperation von Kindernothilfe und der bolivianischen Organisation CDR
im Rahmen des seit März 2003 bestehenden Projekts Niñez
Minera del Cerro Rico.
Die Arbeit von CDR mit ungefähr 200 Kindern
und Jugendlichen zwischen 7 und 16 Jahren sowie deren Familien findet
an zwei Orten statt. Am Eingang der Mine haben die Kinder in
Räumlichkeiten von CDR jederzeit eine Anlaufstellte unmittelbar
neben ihrem Arbeitsplatz. Darüber hinaus wird eine Schule, die
zentral in Potosí gelegen ist, für Bildungsangebote und
Freizeitaktivitäten genutzt. Hier finden die Kinder und
Jugendlichen auch gute sanitäre Anlagen und Duschen.
Ziele des Projektes
Die Mangelernährung und der schlechte
Gesundheitszustand der Kinder sind derart gravierend, dass eine
sättigende Mahlzeit und medizinische Versorgung oberste
Priorität haben.
Ausgehend von der Vorstellung, dass eine gute
Schul- und Berufsausbildung den Kindern und Jugendlichen die
Möglichkeit bietet, einen anderen Werdegang als den eines
Minenarbeiters einzuschlagen, erhalten die Mädchen und Jungen an
den Wochenenden Förder- und Nachhilfeunterricht, um einen
möglichst guten Schulabschluss erreichen zu können.
Im Rahmen des Projekts werden den Kindern und
Erwachsenen darüber hinaus Alphabetisierungskurse angeboten, damit
sie sich besser für ihre Rechte einsetzen und gegen unfaire
Arbeitsbedingungen wehren können.
Wichtig sind auch Fortbildungsmaßnahmen
für die Lehrer und der Aufbau von Elternräten in den Schulen.
Vielfach ist es notwendig, in den Schulen für Verständnis
gegenüber der Situation der arbeitenden Kinder zu werben, die
gegenüber Gleichaltrigen einfach andere, spezifischere Lern- und
Schulbedingungen – beispielsweise in Form von Abendsunterricht –
benötigen. Des Weiteren sollen berufsbildende Lehrgänge den
Jugendlichen einen Zugang zu alternativen Einkommensmöglichkeiten
eröffnen.
Wegen des großen Alkoholproblems unter den
Bergarbeiterfamilien und den häufig instabilen
Familienverhältnissen mit einem hohen Gewaltpegel gegenüber
Kindern und Frauen, geht es dem Team von CDR auch darum, mit den
Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern systematisch
Gesprächsrunden – talleres - über Familienthemen,
Lebenshilfe, Ethik, Solidarität und Gerechtigkeit zu organisieren.
Auch wird die Bildung von
Interessensverbänden und Gewerkschaften unter den arbeitenden
Kindern gefördert, damit sie selbst als Betroffene mit mehr Erfolg
für bessere Arbeitsbedingungen und Kinderrechte kämpfen
können. Der Projektträger steht im ständigen Dialog mit
den Erwachsenen-Bergarbeitergewerkschaften von Potosí, um auch
deren Unterstützung beim Kampf gegen unfaire und
gesundheitszerstörende Arbeitsbedingungen für Kinder zu
gewinnen.
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LINKS
Devilsminer.com
(Website zum Film)
Kindernothilfe
Projekt "Ninez Minera del Cerro Rico"
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DEVIL’S MINER – DIE DVD
DVD-Extras: Ein Jahr danach: Interview mit Darstellern
& Kindernothilfe, Biografie der Regisseure, Ausführliches Booklet
mit Hintergrundinformationen, Slideshow, Vorschau, dt. & span. Fassung,
dt., franz., holländische & engl. UT
DVD für 19,90 € bestellen
Diese DVD ist nur für private Vorführungen bestimmt. Verleih, Vermietung, Tausch oder Rückkauf sind nicht gestattet.
Bei Interesse an öffentlichen Vorführungen, z.B. bei Veranstaltungen, wenden Sie sich bitte an die Edition Salzgeber. Dort ist man Ihnen bei der Organisation gern behilflich.
Für eventuelle Rückfragen, wenden Sie sich bitte an Daniel Ammann.
ammann@salzgeber.de, Tel.: 030 / 285 290 45
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Stand 10/05 - Irrtümer vorbehalten
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