GRAFFITI ARTIST

von Jimmy Bolton
USA 2004, 80’, Farbe, OmU

DARSTELLER
Nick: Ruben Bansie-Snellman
Jesse: Pepper Fajans
Jesses Freunde: Daniel Parker, Lucas Cooke, Dan Stigner
Polizisten: Zachary Smalls, Robert D.Health Jr., Jared Estrella, Angie Golds
Verdeckte Ermittler: Justin Lawrence, Jim Lockey
Verkäuferin: Megan Johnston
Verkäufer: Don Connell, Rich Carlton und Megan Johnston

STAB
Buch: Jimmy Bolton
Kamera: Sarah Levy
Kameraassistenz: TG Firestone
Schnitt: Elizabeth Edwards
Schnittassistenz: Mark Ring
Ton: Adam Martyn
Sounddesign: John Northcraft
Mischung Adam Martyn Elijah
Musik: Kid Loco
Ausstattung: Owen Connell
Regieassistenz: J.Paul Pressault
Herstellungsltg.: Laura Jean Cronin
Produzent: Jimmy Bolton
Executive Producers: Herb Hamsher, Jonathan Stoller, Bill Dose, Jimmy Bolton
Produktion: Mettray Reformatory Pictures

 


FESTIVALS
Best Performance in a Feature Film (Ruben Bansie-Snellman) – Silverlake Film Festival 2004
Narrative Feature Sound Award – Austin Film Festival 2005

KURZINHALT

Nick zieht nachts durch Portland, um Bushaltestellen, Häuserwände und Eisenbahnwaggons mit seinen Tags und Graffitis zu besprühen. Auf einem seiner Streifzüge begegnet er Jesse, von dem er sofort fasziniert ist. Zwischen den Sprayern entwickelt sich eine kurze, konfliktgeladene Freundschaft, die an den unterschiedlichen Erwartungen der beiden zerbricht. „Graffiti Artist“ ist das eindringliche Portrait eines jungen Mannes, der sich bewusst aus der Mainstream-Gesellschaft ausklinkt.

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INHALT

Nick ist ein eher unauffälliger, introvertierter Typ ohne Freunde, der sich gern treiben lässt. Doch er hat eine große Passion: Graffiti. Nachts streift er durch Industriebrachen und die menschenleere Innenstadt von Portland, um Bushaltestellen, Häuserwände und Eisenbahnwaggons mit seinen Tags und Graffitis zu besprühen. Verfallende Stadtlandschaften sind die Folie für Nicks subversive Kunst - „Rupture the System“ ist sein Credo. Sehr zum Ärger der Staatsmacht, die ihm permanent auf den Fersen ist.

Auf einem seiner Streifzüge begegnet Nick schließlich Jesse, einem anderen Sprayer. Nick ist fasziniert von Jesse und folgt dessen Tags bis nach Seattle, wo sich die beiden kennenlernen. Vorsichtig entsteht eine Freundschaft, in der die Kommunikation fast ausschließlich über das gemeinsame Sprayen stattfindet. Unterwegs auf ihren Skateboards überziehen sie die Stadt mit Tags und Graffitis. Die Gegensätzlichkeit ihres Stils vereinen die beiden in spannungsgeladenen Bildern. Als spannungsgeladen erweist sich aber auch die Freundschaft selbst. Während Nick ein Auge auf Jesse geworfen hat, scheint sich dieser mehr für Mädchen zu interessieren. Schließlich ist es dann aber Jesse, der Nick verführt – um kurz darauf alleine nach Portland zurückzukehren. War Nick für ihn nur ein Abenteuer oder flüchtet er vor seinen Gefühlen?

Nick ist verletzt und fährt Jesse schließlich hinterher. In Seattle begegnen sich die beiden wieder und Nick stellt Jesse zur Rede. Dabei tritt noch ein anderer, unterschwelliger Konflikt zwischen den beiden zu Tage. Denn ihre Vorstellungen von Kunst klaffen weit auseinander. Während Nick den subversiven Geist des Graffiti-Sprayens hochhält, will Jesse Karriere machen: Er hätte keine Probleme damit, in den professionellen Kunstbetrieb einzusteigen und seine Bilder statt auf Häuserwänden in Galerien auszustellen. Nick wirft ihm das vor. Jesse reagiert schroff und abweisend, die Freundschaft zerbricht endgültig.

Nick inspiriert die Krise zu einem Graffiti: einer geflügelten Spraydose, Symbol für die Freiheit der Kunst. Als er das Motiv an eine Hauswand sprühen will, erwischt ihn die Polizei. Es ist nicht das erste Mal und so wandert Nick für vier Monate in den Jugendknast. Doch auch diese „Erziehungsmaßnahme“ kann ihn nicht brechen. Kaum entlassen, vollendet er sein Kunstwerk mit dem Slogan: „Free Art“.

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HINTERGRUND

„Graffiti Artist“ taucht tief ein in das Bewusstsein der Tagger- und Graffiti-Subkultur. Die Eindringlichkeit/Schärfe des Überlebenskampfes eines einzelnen sowie die soziale Konventionen herausfordernde Kommunikationsform bilden das Herz des Films. Während der Dreharbeiten zu THE GRAFFITI ARTIST in Portland, Oregon, beschloss das Parlament des amerikanischen Bundesstaates ein Gesetz, nach dem das Sprayen von Graffiti mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden muss. Andere Bundesstaaten haben mittlerweile ähnliche Gesetze verabschiedet. In bundesdeutschen Länderparlamenten werden entsprechende Initiativen diskutiert.

Regisseur Jimmy Bolton liefert mit GRAFFITI ARTIST das eindringliche Portrait eines jungen Mannes, der sich bewusst aus der Mainstream-Gesellschaft ausklinkt. Bolton gelingt es, uns an Nicks konfliktreicher Suche nach Identität teilhaben zu lassen, ohne seine jugendlichen Unsicherheiten zu denunzieren. Dass der Film fast ohne Dialoge auskommt, verleiht ihm dabei eine besondere Intensität. Das ist auch das Verdienst von Kid Locos grandioser Musik, die den Film trägt.

 

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PRESSESTIMMEN

„Regisseur Jimmy Bolton ist das künstlerische Ziehkind von TEDDY-Gewinner Gus Van Sant und darf sich mit „The Graffiti Artist“, seinem zweiten Spielfilm, dieses Jahr selber Hoffnungen auf die eine oder andere Trophäe machen. Der Independentfilm erzählt die Geschichte von Nick und Jesse, zweier Graffiti-Kids, auf den Skateboards unterwegs quer durch Portland und Seattle. Sie setzen Tags, malen Bilder, lieben sich irgendwann, fast aus Versehen, und dann doch nicht.
Die „Dogma“-Kamera gibt dem Film Authentizität, der Regisseur Bodenhaftung, die beiden Hauptdarsteller Gefühl und Tiefe. Was Bansie-Snellman und Fajans hier mit wenigen Zeilen Text und viel Enthusiasmus machen, hat Anfang der 90er River Phoenix in MY OWN PRIVATE IDAHO auch nicht besser gekonnt. Insgesamt bedächtig erzählt, genau beobachtet und verdammt romantisch. That’s cool, man.”
Paul Schulz in Siegessäule 02/2004

“... lyrical...innovative...Bolton has created an extended visual poem that will reach beyond street art aficionados." Las Vegas City Life

"... Bolton's film not only offers insights into the various ways reality is observed and transformed by the artist, but is also a lesson in how friendship destroys solitude, and how love can destroy friendship."
Seattle Post Intelligencer

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Stand 12/05 - Irrtümer vorbehalten