Regina Ziegler präsentiert:

DER UNBEQUEME - DER DICHTER GÜNTER GRASS

ein Film von Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen

Mit: Günter Grass, Helene Grass, Hans Magnus Enzensberger, Salman Rushdie, Tadeusz Rózewicz, Amos Oz, Gerhard Schröder,
Maria Sommer, Gerhard Steidl, u.v.a.

Deutschland 2007
87 Minuten, Farbe

Bundesstart: 19. April 2007

 

KURZINHALT
Dokumentarisches Porträt des Schriftstellers, Bildhauers und Grafikers Günter Grass, das entlang der immer noch unzähligen Aktivitäten des virulent unbequemen Nobelpreisträgers seine Biografie, seine Literatur und sein soziales Engagement zusammenführt und mit den ihm wichtigen Orten und Menschen verknüpft. Zeitliche Klammer ist dabei die Fertigstellung, Veröffentlichung und Diskussion der Autobiografie »Beim Häuten der Zwiebel«, in der Grass u.a. erstmalig von seiner Mitgliedschaft bei der Waffen-SS erzählt. Eine respektvolle 'backstage'-Begleitung eines umtriebigen Künstlers, strukturiert durch Grass’ eigene Gedichte und rhythmisiert durch seinen persönlichen Vortragsstil, ohne Archivaufnahmen vertrauend auf die Aktualität der künstlerischen und politischen Arbeit und der persönlichen Erinnerungen.


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INHALT
Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen haben den Dichter und Nobelpreisträger Günter Grass über zwei Jahre mit der Kamera begleitet. In dieser Zeit arbeitete der Schriftsteller an seinem autobiografischen Buch »Beim Häuten der Zwiebel«, das den Autorinnen als »roter Faden« ihres Dokumentarfilms diente.

Doch nicht nur sein aktuelles Buch ist Thema des Films: Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen sind mit ihm auf Reisen gegangen, haben ihn in seinem Alltag, als Schriftsteller und engagierter Bürger bei SPD-Wahlkampfveranstaltungen, ausgewählten Lesungen und Begegnungen mit langjährigen Weggefährten, begleitet. Schriftstellerkollegen wie Amos Oz, Salman Rushdie und Hans Magnus Enzensberger kommen ebenso zu Wort wie Weggefährten: die Bühnenverlegerin Maria Sommer und der Politiker Gerhard Schröder. Auf diese Weise ist den Autorinnen ein umfassendes Portrait gelungen, das das bewegte und engagierte Leben des Dichters und Künstlers Günter Grass eindrucksvoll erzählt.

Filmischer Inhalt neben ausführlichen Interviewsequenzen mit dem Schriftsteller und ausgewählten Gedichten von Günter Grass:

Göttingen, Steidl-Verlagshaus: Günter Grass trifft sich mit seinem langjährigen Verleger Gerhard Steidl, um gemeinsam an dem Layout für den Buchumschlag seines autobiografischen Werks »Beim Häuten der Zwiebel« zu arbeiten, das im Sommer 2006 erscheinen soll.

Behlendorf, Atelier und Werkstatt Günter Grass: Steidl-Verlagsmitarbeiter, Verleger Gerhard Steidl und Günter Grass planen bereits im Winter 2005 die Vermarktung von »Beim Häuten der Zwiebel«. Es wird auch über einen möglichen Vorabdruck in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« oder in der »Zeit« gesprochen.

Danzig, Geburtsort Günter Grass: Der Schriftsteller trifft sich mit seinen langjährigen Übersetzern in Polen für die geplante Neuübersetzung der »Blechtrommel« in zwei Jahren (2009), 50 Jahre nach Erstveröffentlichung des Klassikers. Die Übersetzer diskutieren angeregt über die vielschichtigen Bedeutungen des Wortes »Geliebte«. Auf einem gemeinsamen Stadtrundgang zeigt Grass ihnen das Danzig seiner Kindheit und erzählt über seine Familie.

Hamburg: Aus Anlass des 80. Geburtstags seines langjährigen Freundes Siegfried Lenz liest Günter Grass in Hamburg bei einer Fernsehmatinee. Die beiden Schriftsteller kennen sich seit ihren gemeinsamen Tagen bei der Gruppe 47. Auf der anschließenden Feier ist auch der israelische Schriftsteller Amos Oz, der im Interview erzählt, inwiefern Günter Grass und die anderen Autoren der Gruppe 47 mit ihrer politischen Haltung als Schriftsteller nach 1945 dazu beigetragen haben, dass Oz sein Deutschlandbild revidiert hat und wieder bereit war, sich den Deutschen « zu öffnen.

Lübeck, Gymnasium Katharinäum: Günter Grass liest aus seinem Buch: »Mein Jahrhundert«. Danach stellen die Schüler in einer intimen Runde Fragen und der Schriftsteller beantwortet sie sehr offen. Die jungen Leute erfahren Hintergründe zu seinen Büchern und zu seinem Privatleben.

Paris: Helene Grass holt ihren Vater vom Flughafen ab. Anlass der Reise ist ein Germanistenkongress in der französischen Hauptstadt, zu dem die beiden mit einem befreundeten Musiker eingeladen worden sind, um mit »Des Knaben Wunderhorn«, einem von ihnen arrangierten Romantik-Programm, aufzutreten. Sowohl die Proben, als auch der Auftritt vor jubelnden Grass-Fans werden mit der Kamera hinter den Kulissen begleitet. Im Interview erzählt Grass über seine Zeit in Paris, wo er in den 50er Jahren mit seiner ersten Ehefrau Anna lebte und »Die Blechtrommel« schrieb.

Berlin 2005: Mit Wolfgang Thierse bestreitet er eine SPD- Wahlkampfveranstaltung in Berlin. Im Kanzleramt enthüllt Günter Grass mit Bundeskanzler Gerhard Schröder eine Skulptur. In einem Interview spricht der Kanzler a.D. über Grass’ eindeutige Haltung zum Irak-Krieg und inwiefern der Schriftsteller ein wichtiger politischer Ratgeber für ihn war.

Jemen: Günter Grass besucht das arabische Land mit einer Delegation deutscher und arabischer Dichter. Er wird vom Staatspräsidenten empfangen, mit dem er ein Streitgespräch über die Meinungsfreiheit arabischer Schriftsteller führt.

Göttingen, Steidl-Verlagshaus: Mit seinem Verleger bespricht Günter Grass letzte Details zur Buchumschlagsgestaltung. Gerhard Steidl erzählt über die Zusammenarbeit mit Grass, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Grafiker und bildender Künstler ist. Im Laufe des Treffens wird das Titel-Cover in der verlagseigenen Werkstatt angedruckt, Günter Grass und Gerhard Steidl prüfen die Andrucke.

Warschau: Gemeinsam mit Hans Magnus Enzensberger, seinem Weggefährten seit den Tagen der Gruppe 47, besucht Günter Grass Warschau. Bei einer Pressekonferenz äußert er sich kritisch über die politische Führung Polens. Zusammen mit dem polnischen Dichter und langjährigem Freund Tadeusz Rózewicz lesen Grass und Enzensberger vor ausverkauftem Haus Gedichte.


Deutschland, August 2006:
Kurz vor der Veröffentlichung des Buches beim »Häuten der Zwiebel« wird ein Thema des Buches bekannt: Günter Grass war zum Ende des Zweiten Weltkrieges in einer Einheit der Waffen-SS. Das deutsche Feuilleton reagiert mit zahlreichen Artikeln. Anhand von Schlagzeilen vieler Zeitungen und Zeitschriften wird das Ausmaß des Skandals um die Enthüllung seiner SS-Vergangenheit in seinem neuen Buch »Beim Häuten der Zwiebel« deutlich. Grass wird kritisiert, weil er erst jetzt, so viele Jahrzehnte später, über seine SS-Vergangenheit spricht.

Grass spricht über die Verkapselung eines Granatsplitters in seiner Schulter als Folge einer Kriegsverletzung. Er vergleicht diese Verkapselung mit der eingekapselten Erinnerung an seine SS-Vergangenheit, die auch latent immer zu spüren war, für die er aber erst jetzt eine künstlerische Form gefunden hat, um über sie zu schreiben.

Berlin, Berliner Ensemble: erste öffentliche Lesung aus »Beim Häuten der Zwiebel«. Er liest verschiedene Kapitel aus dem Buch und stellt sich vor ausverkauftem Haus den kritischen Fragen von ZDF-Moderator Wolfgang Herles.

Frankfurter Buchmesse: Seine französische Verlegerin Freyer-Mauthner bringt im Interview ihren Schock und die anschließende Akzeptanz seiner Enthüllung zum Ausdruck.

Sein Lektor Frielinghaus erzählt, dass Grass keine Zensur von Seiten seines Lektors zugelassen hätte und dass der Schriftsteller diese Wahrheit endlich öffentlich machen wollte. Der Schriftsteller Salman Rushdie meint, dass die deutsche Presse schon immer in Hassliebe mit Grass verbunden gewesen sei. Doch das letzte Wort hat der Schriftsteller in Behlendorf, in seiner Werkstatt, nach einer abschließenden Interviewsequenz:

Mit einem Sack Nüsse
will ich begraben sein,
und mit neusten Zähnen.
Wenn es dann kracht,
wo ich liege,
kann vermutet werden: er ist das,
immer noch er.

 


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"NEUGIER UND UNGEDULD" -
Die Regisseurinnen Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen über DER UNBEQUEME


Annäherung
Ziegler Film produziert 2005 die Verfilmung von Günter Grass’ Roman UNKENRUFE. Die Idee entsteht, zum 80. Geburtstag des Dichters ein Porträt zu drehen. Es soll kein Film für Literaturspezialisten werden, sondern einer, der Günter Grass’ vielfältigen Facetten gerecht wird: Schriftsteller und bildender Künstler, politisch engagierter Bürger, kritischer Zeitgenosse, Nobelpreisträger und Kind aus kleinen Verhältnissen. Wie bei unseren anderen dokumentarischen Projekten bereiten wir uns gründlich vor – in diesem Fall, indem wir uns intensiv mit dem Werk von Günter Grass beschäftigen.

Kontaktaufnahme
Günter Grass hat einige schlechte Erfahrungen mit unzureichend vorbereiteten Journalisten – besonders aus der TV-Branche – gemacht. Entsprechend skeptisch ist er bei unserem ersten Treffen, signalisiert aber gleichzeitig, dass er sich gerne positiv überraschen lassen würde. Als er merkt, dass wir sein Werk kennen, und nicht mit Stereotypen aus zweiter Hand arbeiten, erweist er sich schnell als ausgesprochen aufgeschlossener und freundlicher Protagonist. Auch mit unserer Methode kann er sich anfreunden: eine Langzeitbeobachtung, die nicht eingreift, nicht kommentiert und Rücksicht nimmt.

Methode
Eins war von Anfang an klar: »Für Sie laufe ich nicht von rechts nach links durchs Bild!« Das heißt: keine Inszenierung. Zwar soll die Kamera überall hinter den Kulissen dabei sein, aber so unaufdringlich, dass Grass sie im besten Fall vergisst (wie in dem Moment in Paris vor der Aufführung mit seiner Tochter Helene, als er ein Kinderlied vor sich hin summt) oder sie ihm zumindest egal ist. Die Situationen in denen wir ihn begleiten, wählen wir so aus, dass sie die Vielfalt seiner künstlerischen und politischen Aktivitäten spiegeln. Dabei erweist sich Grass zunehmend zugänglicher. Während wir anfangs eher bei ohnehin öffentlichen Auftritten drehen dürfen, lässt er sich gegen Ende der Drehzeit sogar alleine in seiner Werkstatt bei der Arbeit mit Terrakotta filmen. Eine sehr intime Situation, die im Film als wichtiger kontemplativer Kontrapunkt zum umtriebigen 'öffentlichen’ Grass fungiert.
Lyrik

Eine wichtige Frage angesichts eines Dichter-Porträts: wie inszeniert man Literatur? Wir haben uns früh dafür entschieden, mit Gedichten von Grass zu arbeiten. Sie veranschaulichen in kleiner Form alles was auch Grass’ große Werke ausmacht: Die Bildhaftigkeit seiner Sprache, die Poesie, die er aus Alltäglichem gewinnt und sein Gefühl für Rhythmus. Im Gegensatz zu seiner Prosa ist die Lyrik für viele Zuschauer neu – und sie lässt sich im Film in voller Länge verwenden. So strukturieren Gedichte, die Grass extra für uns liest, den Film, indem sie Situationen literarisch vorbereiten und kommentieren. (Genau wie Grass in seinem Arbeitsprozess auch häufig an Gedichten arbeitet, bevor er sich einem neuen Prosawerk, einem neuen literarischen Thema zuwendet.)

Biografie
Wir haben uns von Anfang an dagegen entschieden, Grass’ Leben anhand von Archivmaterial zu erzählen, weil es uns überflüssig erschien bei einem noch so aktiven, vitalen Mann, der sich bei allem, was er tut, sowieso auf seine Geschichte bezieht. Stattdessen haben wir abgewartet, ihn begleitet, wenn er im Lauf seiner vielen Aktivitäten Orte besucht hat, die etwas mit seinem Leben zu tun haben, bis er Menschen getroffen hat, mit denen er Erinnerungen teilt. Dann sind wir mitgefahren und haben ihn erzählen lassen: z.B. über die Zeit in Paris, als er dort mit seiner Frau gewohnt und das Kochen 'entdeckt‘ hat – die Erinnerungen daran kommen ganz natürlich, während er in der französischen Hauptstadt mit seiner Tochter ein Bühnenprogramm probt. Wenn er in Danzig mit seinen Übersetzern an einer Neuübersetzung der »Blechtrommel« arbeitet, zeigt er ihnen auch die Strassen seiner Kindheit, und eine Reise nach Warschau ruft automatisch Erinnerungen an Willy Brandt wach. Natürlich kann man so nicht die ganze Biografie erzählen – trotzdem sind auf diese Weise wichtige persönliche Erinnerungen im Film lebendig geworden. Ähnlich sind wir auch bei der Auswahl unserer Interviewpartner vorgegangen: Anders als viele Portraits haben wir nicht versucht, uns durch möglichst viele prominente »testemonials« abzusichern. Stattdessen haben wir uns auf Menschen konzentriert, die im Alltag für Grass wichtig sind – z.B. seine Sekretärin Hilke Ohsoling und sein Verleger Gerhard Steidl. So ergeben sich auch diese Interviews weitgehend aus den Situationen, in denen wir Grass begleitet haben.

BEIM HÄUTEN DER ZWIEBEL
Ziemlich zu Anfang unserer Drehzeit schlägt Grass uns vor, dass wir doch auch das neue Buch begleiten könnten, an dem er gerade arbeitet. »Es wird mein bisher autobiografischstes«, mehr verrät er nicht über den Inhalt. Für uns ein dramaturgisch willkommener roter Faden.

Als das Buch erscheint, bricht der Medienrummel los: Grass’ Eingeständnis, als Jugendlicher bei der Waffen-SS gewesen zu sein, wird von manchen als von langer Hand geplante Marketing-Strategie interpretiert. Wir wissen, dass das nicht stimmt, denn wir haben gefilmt, wie die Verlagsmitarbeiter Monate zuvor eine ganz normale Veröffentlichung mit Lesungen und Vorabexemplaren für die Presse vorbereiten. Dieser Medienhype kam auch für uns überraschend: Wer das Werk von Günter Grass kennt, weiß, dass die Auseinandersetzung mit Schuld sein Lebensthema ist. Die kurze Zeit bei der Waffen-SS und sein langes Schweigen darüber sind für uns in diesem Zusammenhang eine weitere Facette, aber nichts, was dazu führen muss, den Künstler oder den Bürger Grass in einem völlig neuen Licht zu betrachten. Diese in den Feuilletons häufig erhobene Behauptung, Grass’ Lebenswerk sei nun entwertet, hat Günter Grass sehr verletzt. Auch das konnten wir beobachten, als sich die meisten Kameras längst wieder auf andere Personen des öffentlichen Lebens gerichtet hatten.


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DIE REGISSEURINNEN

Nadja Frenz (geb. 1967), Diplom-Soziologin, seit 1996 freie Journalistin, mit dem Schwerpunkt Fernsehen. Autorin von Reportagen und Dokumentationen für öffentlich-rechtliche Sender u. a. ARD, ARTE, NDR, SWR und MDR. Sie produzierte außerdem zahlreiche Magazin-Beiträge, unter anderem für ARD, Deutsche Welle, HR, NDR und ORF. 1997-1998 Festanstellung als Redakteurin bei BRIGITTE TV (NDR/ Gruner + Jahr FFP). 2004-2005 temporäre Korrespondentin für arte Reportage, u.a. in Kenia, Hintergrundberichterstattung zum US-Wahlkampf 2004 und zur Iran-Wahl 2005. Seit 2006 Producerin Studio Hamburg, u.a. für die 40teilige ARD-Doku- Soap »Wolf, Bär & Co«

Filme (Auswahl)
- Der Unbequeme – Der Dichter Günter Grass (90 min, ARTE/ ZDF 2007)
- Mythos Cambridge (45/52 min, ARTE/ Discovery Channel 2006)
- Grenzgänger – Israelische Rabbiner in Palästina (45/ 70 min, NDR/ Medienförderung Schleswig Holstein 2005) /
   Festivals: Jüdisches Filmfestival Barcelona 2005, Nordische Filmtage 2005
- Mallorca-Liebe – Kleine Geschichte einer deutschen Eroberung (45 min, ARD/ NDR 2004, Produktion auf HDCAM)
- Die Brücke von Mostar (60 min, ARTE/ ZDF/ORF/ National Geographic 2004)
- Brücke gegen den Hass (30 min, ARTE/ SWR 2003)
- Notizen aus Slowenien (30 min, ARTE 2003)
- Verrückt nach Rosen (45 min, ARTE/ NDR 2003)
- Ein Meer voller Hoffnung (30 min, ARTE 2002)
- Zu jung zum Trinken (30 min, ARTE 2001)
- Alles für die Katz (30 min, ARTE/ SWR 2000)
- Der Moskauer Donnervogel (30 min, ARTE/ MDR 1999)

Sigrun Matthiesen (geb. 1966), Diplom-Journalistin, seit 1995 freie Journalistin für TV und Print (ausgezeichnet mit dem VEAG-Journalistenpreis »Ostenergie« 2002). Autorin von 30 und 45-Minuten-Reportagen für ARD, ARTE, 3SAT, SWR, NDR, WDR, sowie von zwei fünfteiligen Doku-Soaps für ZDF/arte. Von 1997-1998 Redakteurin bei premiere, verantwortlich für GEO-TV, eine 12-teilige Serie von 60-Minuten-Dokumentationen in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift GEO. Zuvor Redakteurin bei SAT1, dem Straßenmagazin HINZ & KUNZT, der Wochenzeitung HAMBURGER RUNDSCHAU.

Filme (Auswahl)
- Der Unbequeme – Der Dichter Günter Grass (90 min, ARTE/ ZDF 2007)
- Ewig Praktikant – Eine Generation in der Warteschleife (45 min, arte 2006)
- Eltern allein zu Haus ( 30 min, ZDF, 2005)
- Standort D (2 x 45 min, 3SAT 2005, gemeinsam mit Michael Richter)
- Das grüne Gold Gabuns (26 min, arte 2005)
- Nikotin Blues (5x26 min, ZDF/arte 2005)
- Latin Lovers (5x26 min, ZDF/arte 2004)
- Notizen aus der Slowakei (26 min, arte 2003)
- Klappe fürs Leben (45 und 30 min, ARD/NDR/SWR/arte/MDR 2003)
- Die Schule der Zentauren (30 min, arte/SWR, 2001)
- Die getanzten Träume (30 min, arte und 45 min VOX/SZ-TV, 2000)
- Hazeras Geschäfte (30 min, arte/SWR/G+J FFP, 1999)


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DER PROTAGONIST
Günter Grass
geb. 16. Oktober 1927 Danzig

Gymnasium in Danzig; Luftwaffenhelfer und als Soldat verwundet; Bergwerksarbeit; Steinmetzlehre 1948-1952 Studium Graphik und Bildhauerei in Düsseldorf, 1953-56 in Berlin (West); 1954 Heirat mit Anna Margaretha Schwarz; Mitglied der »Gruppe 47«; schriftstellerische Tätigkeit verdrängte zunehmend bildhauerisches Schaffen; umfangreiches Werk bringt ihm Anerkennung als einer der führenden Epiker seiner Generation; politisches Engagement u.a. für die SPD und in der Friedensbewegung; Kritiker einer schnellen Wiedervereinigung; 1993 Austritt aus der SPD aus Anlass des Asylkompromisses; Erstunterzeichner der »Erfurter Erklärung«; 1998 Wahlkampfunterstützung für Rot-Grünen Wechsel; 1999 Poetik-Dozentur in Tübingen; 1999 Literatur- Nobelpreis; 2002 erschien eine Biographie von Michael Jürgs über Grass; mit seinem Roman »Im Krebsgang« (2003) über den Untergang des Flüchtlingsschiffs Gustloff 1945, löst Grass eine neue Debatte über die Vertreibung der Deutschen nach dem Nationalsozialismus aus. Im August 2006, kurz vor Erscheinen seiner Autobiografie »Beim Häuten der Zwiebel« erklärt Grass, als 17Jähriger Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein. Mit seinem Bekenntnis beginnt eine Debatte um Grass‘ Rolle als moralische Instanz im Nachkriegsdeutschland. 2007 Ernst-Toller- Preis.


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Stab
Regie & Buch:
Sigrun Matthiesen
Nadja Frenz
Kamera:
Knut Schmitz
Schnitt:
Gesa Marten
Ton:
Patrick Veigel
Musik:
Stefan Döring
Adrian Ils
Produktionsleitung:
Leila Kessler
Herstellungsleitung:
Hartmut Köhler
Produzentin:
Claudia Bissinger
Redaktion:
Hans Robert Eisenhauer
Werner von Bergen




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Feierliche Premiere von DER UNBEQUEME - DER DICHTER GÜNTER GRASS am 1. April in Düsseldorf



Bei frühlingshaftem Wetter sorgte die Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms DER UNBEQUEME – DER DICHTER GÜNTER GRASS am 1. April für ein ausverkauftes Düsseldorfer atelier-Kino im Savoy-Theater.

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass ließ es sich nicht nehmen, persönlich aus Lübeck anzureisen, um mit Ziegler Film und der Edition Salzgeber den Film einem begeisterten Publikum vorzustellen. Der sehr persönliche Dokumentarfilm begleitet Günter Grass zwei Jahre lang auf seinen Reisen, bei Veranstaltungen und bei der Fertigstellung seiner Autobiografie BEIM HÄUTEN DER ZWIEBEL, die durch sein Selbstbekenntnis, als Jugendlicher in der Waffen-SS gedient zu haben, für großen Wirbel sorgte.

Die Kinobetreiber Kalle Somnitz und Udo Heimansberg begrüßten neben Regina Ziegler (Ziegler Film) Claudia Droste-Deselaers (Filmstiftung NRW) und Björn Koll (Edition Salzgeber), auch die beiden Regisseurinnen des Films, Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen, sowie die Producerin Claudia Bissinger, Kameramann Knut Schmitz, Cutterin Gesa Marten, Komponist Stefan Döring.

Am Sonntag, den 15.4.2007 um 17:00 Uhr findet eine weitere Premiere in Anwesenheit von Günter Grass im Metropolis Kino in Hamburg statt.

DER UNBEQUEME – DER DICHTER GÜNTER GRASS startet am 19.4.2007 bundesweit im Verleih der Edition Salzgeber.


Stand 04/07 - Irrtümer vorbehalten