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ein Film von Rogier Kappers Buch & Regie: ROGIER KAPPERS
Woody Guthrie, Pete Seeger, Muddy Waters: Ihr Entdecker war Alan Lomax, der Songhunter. Der gebürtige Texaner reiste einen Großteil seines Lebens durch die Welt, besuchte Haftanstalten und Arbeitslager, ging in die Slums und Spelunken, auf die Hinterhöfe und Felder und widmete sich der Aufnahme und Archivierung traditioneller Musik. Er erkämpfte für die bis dahin „Sprachlosen“ eine Stimme, denn durch ihn gerieten ihre Songs erstmals ins öffentliche Bewusstsein. Rogier Kappers begibt sich auf die Fährte des 2001 verstorbenen Songhunters, besucht die Ursprungsorte seiner Aufnahmen und trifft sich mit Beteiligten von damals. Eine sehr persönliche Beschreibung von Menschen und ihrer Musik, aber vor allem das Portrait einer faszinierenden Persönlichkeit - Alan Lomax. Alan Lomax war ein Songjäger. Der gebürtige Texaner reiste einen Großteil seines Lebens durch die Welt und widmete sich ganz der Aufnahme und Archivierung traditioneller Musik. Diese drohte durch den Einfluss der aufkommenden Unterhaltungs-Industrie zu verschwinden. Lomax war Musikwissenschafter und Musikproduzent. In den 1930er und 40er Jahren als Teenager, präsentierte er als erster in einer eigenen Radiosendung spätere Größen wie Woody Guthrie, Leadbelly, Burl Ives, Pete Seeger und Muddy Waters. Lomax Reisen führten ihn in den Süden der USA, in die Karibik, nach Südamerika und Europa. Sein Musik-, Ton,- Foto- und Filmarchiv ist heute für Universitäten und Musikinteressierte von unschätzbaren Wert. In zahlreichen Filmen, zuletzt in "Mission Impossible" oder "O Brother Where Art Thou?" war Musik aus Alan Lomax Archiv auch einem großen Publikum erfolgreich zugänglich. Der Filmemacher Rogier Kappers besuchte Alan Lomax, kurz vor dessen Tod, im Sommer 2001 in Florida. Der 86jährige konnte zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer schweren Erkrankung nicht mehr sprechen. Kappers drehte mit Kollegen, Verwandten und Freunden von Alan Lomax Interviews und montierte diese mit found footage, sowie mit Bild- und Tonaufnahmen, das seinen Protagonisten und die Darbietungen der traditionellen Musik zeigt. Kappers filmte zudem in der American Library of Congress, für die Alan Lomax afroamerikanische Musik in Gefängnissen aufgenommen hatte. Ein Archivar zeigt die historische Walze, mit der Lomax und dessen Vater im Jahr 1933 Musikaufnahmen machten. Auf einer Reise, kommentiert durch die Tagebuch Notizen von Alan Lomax, sucht Kappers die originalen Interpreten auf, die Lomax Jahrzehnte zuvor aufgenommen hatte. Auf einer abgelegenen schottischen Insel trifft der Filmemacher eine Frau, die über vierhundert Lieder auswendig kennt. In einem kleinen spanischen Dorf holen die Bewohner, während sie alte Aufnahmen aus Lomax Archiv zu hören bekommen, ihre Dudelsäcke heraus und beginnen zu singen und zu spielen, so wie es damals war. ALAN LOMAX - THE SONGHUNTER ist ein stimmungsvolles Road Movie auf den Spuren des leidenschaftlichen Musik-Jägers und zugleich eine faszinierende Reise zu den schon fast vergessenen Wurzeln der traditionellen Folk-Musik.ALAN LOMAX' AUFTRAG - DIE SOZIALE FUNKTION DER FOLK-MUSIK “Alan did an extremely important thing that really changed the view that American have of society outside of the elite society. You know, that’s how much we have learning society of books and authors and a snobbish upper class that really thought that all of culture had to be according to their design. 15 Bücher, Filme, eine Vielzahl von Rundfunk- und Fernsehprogrammen, rund 100 Langspielplatten und unzählige, teilweise unveröffentlichte Tonbänder mit Aufnahmen von seinen musikalischen Feldforschungsreisen in alle Welt – das ist das für alle sichtbare Ergebnis des Lebenswerks von Alan Lomax. Als Alan Lomax sich erstmals Anfang der 30er Jahre mit seinem Vater und einem über 150 Kilo schweren Aufnahmegerät im Gepäck auf den Weg durch Mississippi, Louisiana, Kentucky und Tennessee machte, führte die Reise Vater und Sohn vornehmlich in karge Wohnstuben, Kirchen, Gefängnisse und Plantagen. Während Lomax Senior sich als Folklorist dabei vor allem für die Dichtkunst in der Musik interessierte, konzentrierte sich Alan auf die Frage nach der Herkunft der Musik. Er wollte wissen, welche Verbindungen zwischen den Inhalten der Songs und ihren sozialen Hintergründen bestehen. »Folkmusik«, so seine persönliche Schlussfolgerung, »ist eine eigenständige demokratische Kunstform«, die darüber hinaus dem von der Wirtschafts-Depression zerrissenen Land einen Zusammenhalt bot. Schon zu Lebzeiten hatte Alan Lomax die Idee, sein umfangreiches Archiv als interaktives Softwareprogramm anzubieten. Doch damals – in den späten 70iger und frühen 80iger Jahren - steckte die Computertechnologie noch in den Kinderschuhen. Nach seinem Tod 2002 übernahm Tochter Anna Lomax-Chairetakis - wie ihr Vater Musikhistorikerin - nicht nur das Archiv, sondern auch sein Projekt der ALAN LOMAX DATABASE. Sie und circa ein halbes Dutzend Mitarbeiter sind seitdem intensiv dabei, die alten Musik- und Bildaufnahmen zu digitalisieren, um sie als Software im Netz anzubieten. Mit Hilfe der Database kann der User per Mausklick Bluestunes und Folksongs aus aller Welt abrufen können. Das Programm enthält verschiedene Möglichkeiten, Musik aus verschiedensten Kulturen zu vergleichen. Lomax filmte in späteren Jahren auch Tänze, die meist zu den Songs gehörten. Bisher sind circa fünftausend Songs und über eintausend Tänze gespeichert sind. Lomax interessierte es vor allem, verschiedene Kulturen durch ihre nonverbalen Ausdrucksweisen kennen zu lernen und zu studieren. Auf der Weltkarte der Database kann man verschiedenste Regionen der Erde anklicken. Die erfassten Songs sind durch rote Punkte auf der Weltkarte gekennzeichnet. Es gibt eine ganze Reihe von Vergleichsmöglichkeiten. Ein Feature zum Beispiel erlaubt dem User, den Einfluss von schwarzer Musik auf die Musik der Weißen – und umgekehrt – zu analysieren - anhand von Grafiken und Beispielen. Auch die Herkunft vieler Stücke lässt sich nachvollziehen. Zu einem Bluesstück, das Alan Lomax in den 50iger Jahren in Alabama aufnahm, entdeckte der Rechner den fast identischen Song eines afrikanischen Farmarbeiters in Senegal. Die Stiftung war schon immer ein Geheimtipp für Musiker und Filmemacher. Rockstars wie Moby, die Stones, David Bowie und Eric Clapton kennen die Sammlung und fanden in den alten Aufnahmen oft Inspirationen für eigene Songs. Seit April 2005 ist die Database unter www.lomaxarchive.com online und sollte nicht nur bei Historikern und Ethnologen auf großes Interesse stoßen, sondern vor allem auch bei Musikern und allen Musikinteressierten. Top >>
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