LOVE
IS THE DEVIL - STUDIE FÜR EIN PORTRAIT VON FRANCIS BACON
ein Film von John Maybury
GB 1997, 89 Minuten, Farbe, OmU
Edinburgh International Film Festival 1998:
Bester Film und beste Darsteller (Derek Jacobi & Daniel Craig)
Buch & Regie: John Maybury
Kamera: John Mathieson
Schnitt: Daniel Goddard
Ausstattung: Alan MacDonald
Kostüme: Annie Symons
Musik: Ryuichi Sakamoto
Produktion: Chiara Menage
Ausführende Produzenten: Frances-Anne Solomon, Ben Gibson, Patrice
Haddad, Asai Takashi
Berater: Daniel Farson
Eine Koproduktion von BBC Films und dem BFI in Zusammenarbeit mit Premiere
Heure, Uplink, Arts Council of England, Parnters in Crime und STATE.
KURZINFORMATION
LOVE IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon ist der erste
Spielfilm über den berühmten, kontroversen Maler Francis Bacon
(1909-92). Mit Sir Derek Jacobi (ICH, CLAUDIUS; HAMLET) in der Rolle
Bacons und Daniel Craig (dem neuen James Bond) als George Dyer, Liebhaber,
Modell und Muse des Künstlers, gelang dem Autor und Regisseur John
Maybury ein spannendes und stilsicheres Debüt, das die Ästhetik
und Faszination der Malerei Bacons originell in einen Spielfilm überträgt.
Vor dem Hintergrund der Boheme im Swinging London der 60er Jahre, wo
Kunstwelt und demi monde nahtlos miteinander verschmelzen, verfolgt
LOVE IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon die turbulente
und dramatische Liebesgeschichte zwischen Bacon und Dyer, deren emotionale
Dynamik der Maler in seinen berühmten Portraits von Dyer festgehalten
hat, von ihrem ersten Zusammentreffen bis zum tragischen Ende.
Unterstützt wird der dramatische Ton durch die Musik des mehrfach
preisgekrönten japanischen Komponisten Ryuichi Sakamoto ( Der letzte
Kaiser; Himmel über der Wüste). Mayburys Drehbuch zu LOVE
IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon
stützt sich unter anderem auf die Bacon-Biographie "The Gilded
Gutter Life Of Francis Bacon" von Daniel Farson, einem engen Freund
des Künstlers. Farson, der im November 1997 starb, stand bei den
Dreharbeiten als Berater zur Verfügung; im Film ist er in einer
Nebenrolle zu sehen.
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INHALT
Swinging London, 1964: Der junge George Dyer (DANIEL CRAIG), ein kleiner
Ganove aus dem Londoner East End, bricht ins Haus des Künstlers
Francis Bacon (DEREK JACOBI) ein, stürzt dabei durchs Oberlicht
in dessen Atelier und wird von Bacon überrascht. Statt den Eindringling
jedoch der Polizei auszuliefern, macht der Künstler ihn zu seinem
Liebhaber.
Bacon, erfolgreich und umstritten, ist Zentrum einer Boheme von
Künstlern, Fotografen, Literaten, Modellen und Lustknaben, die
ihn hofieren und um seine Aufmerksamkeit buhlen. Dyer, der Kleinkriminelle
aus dem Arbeiterviertel, entdeckt eine neue Welt: Eine Welt, in der
er sich unwohl fühlt, die ihn jedoch magisch anzieht. Beim Sex
mit dem Masochisten Bacon übernimmt der junge Proletarier die dominante
Rolle; und so glaubt er, auch den Rest unter Kontrolle zu haben: "Ich
hab’ das Sagen", behauptet er gegenüber seinen alten
Freunden, die ihn, verständnislos und angewidert, vor seinem neuen
Umgang warnen. Bacon hingegen pariert die höhnischen Kommentare
seiner Clique über den Mangel an intellektueller Brillanz seines
Lovers: "George hat Qualitäten – eine Mischung aus Amoral
und Unschuld."
Dyer wird zur Muse des Malers; "ein gewöhnlicher Raufbold,
transformiert zum Erzengel". Er inspiriert den Künstler zu
einigen seiner besten und erfolgreichsten Portraits und genießt
die Aufmerksamkeit, die Bacon ihm als Modell schenkt. Doch im "Colony
Room", Bacons Lieblingsbar, die das Paar häufig besucht, bleibt
er eine Randfigur im Schatten des Meisters und seiner intellektuellen
Freunde. Bacon wird als "größter Maler der Welt"
im britischen Fernsehen gefeiert – Dyer, Inhalt seiner Bilder,
spült das Geschirr und befriedigt den sex-uellen Appetit des Künstlers.
Als Bacon gefragt wird, ob er in seinen Bildern seine Gefühle zeige,
ist die rüde Antwort: "Ich zeige lieber zwei fickende Männer."
Das Wechselbad aus Zärtlichkeit und Kaltherzigkeit zehrt an Dyer,
der seine alten Freunde aufgab, ohne neue zu finden. Langsam verliert
er jeden Halt. Er leidet unter Alpträumen und betäubt sich
durch immer exzessiveren Konsum von Alkohol und Drogen. Bacons Affären
mit anderen Männern steht er in hilfloser Eifersucht gegenüber;
verzweifelt wehrt er sich gegen die Sticheleien aus Bacons Freundeskreis:
"Ihr habt keine Ahnung, was zwischen Francis und mir vorgeht."
"Ich werde bald sterben", behauptet Dyer gegenüber Bacon,
und der erwidert: "Ich werd’ Dir einen Leichenwagen schicken."
Der Maler zeigt sich zunehmend angeödet von seinem Lebensgefährten;
gleichzeitig jedoch nutzt er Dyer weiter für seine Kunst, indem
er seine Qual und Zerrissenheit in seinen Bildern zum Ausdruck bringt:
"Es gibt keine Schönheit
ohne Wunde."
Um endlich Aufmerksamkeit zu erregen, erstattet Dyer Anzeige wegen Drogenbesitzes
gegen Bacon. Bei der Durchsuchung von dessen Haus findet die Polizei
tatsächlich Drogen – sie gehören Dyer. Bacon reagiert
auf solche Eskapaden mit Nonchalance und üppigen Geld-geschenken,
aber nicht, wie Dyer stets erhofft, mit verstärkter Zuneigung.
Bacon ist sich des Dilemmas durchaus bewußt, doch er weiß
sich und seinem Geliebten nicht zu helfen: "Trage ich einen zerstörerischen
Dämon in mir, oder ist einfach die Liebe der Teufel?"
Bei einem Aufenthalt in New York wird Bacon von der Meldung überrascht,
daß Dyer sich gerade vom "Seagram"-Hochhaus stürzen
will. Dyer, völlig berauscht, läßt sich schließlich
retten. Der Künstler glaubt, daß sein Freund sich nicht wirklich
umbringen wollte, sondern
nur den dramatischen Effekt suchte. Der Lebemann Bacon will seinen Lover
nun endgültig loswerden – doch der Maler Bacon will sein
Modell behalten. In Paris wird eine große Retrospektive seines
Werkes vorbereitet. "Du wirst im Grand Palais hängen, George
– das ist viel schicker, als aus einem Hotel auf der falschen
Seite Manhattans zu hängen!" Dyer will trotzdem nicht mitkommen,
aber Bacon insistiert: "Natürlich kommst Du mit – Du
bist die Ausstellung!"
1971, im Grand Palais in Paris: Die Vernissage der
Retrospektive gerät zum grandiosen Triumph für Bacon; endgültig
und weltweit ist er nun als "der größte unter den lebenden
Malern" anerkannt. Dyer ist nicht erschienen; im Hotelzimmer würgt
er zur selben Zeit einen todbringenden Cocktail aus Alkohol und Tabletten
hinunter. Nur so gelingt es ihm, die Verbindung zu lösen. Bacon
trauert, auf seine eigene Art: "Die Sonne verzehrt sich... Es ist
das einzige, was gewiß ist im Leben – daß alles erlischt,
daß alles stirbt."
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Der
Film
„Der Film porträtiert unzimperlich und zupackend den Maler
Bacon, der seinerseits vehement und ziemlich rücksichtslos sein
Modell porträtierte, gern auf dem Klo, das Blut strömt aus
allen Körperöffnungen, die Farben klatschen auf die Leinwand.
Maybury versucht mit filmischen Mitteln einer Malkunst nahe zu kommen,
die nicht erzählt, sondern fühlt, und die nicht repräsentieren,
sondern Kräfte einfangen will. Sein malerischer, sensibler, ungestümer
Film kommt dem Kraft-Maler Bacon näher als es dem gleichgesinnten
Philosophen Gilles Deleuze gelingt, der die berühmte Studie zu
Francis Bacon geschrieben hatte - aber naturgemäß aufs Wort
rekurrieren musste.“ (Dietrich Kuhlbrodt in der epd Film)
John Maybury wollte sich nicht den Einschränkungen einer konventionellen
Biographie-Verfilmung unterwerfen. LOVE IS THE DEVIL basiert zwar auf
glaubwürdig überlieferten Ereignissen, und der Film stützt
sich auf tatsächliche Begebenheiten im Leben der porträtierten
Charaktere, dennoch bleibt er eine persönliche Interpretation:
Study for a Portrait of Francis Bacon. "Ich wollte Atmosphäre
schaffen, nicht historisches Detail. Was mich an Bacons Leben am meisten
interessiert, sind die Gemälde, die Dyer darstellen. Die Dynamik
zwischen einem Künstler und seiner Muse und die Entscheidungen,
die ein Künstler zwischen seiner Arbeit und seinem Privatleben
treffen muß. Ich finde das faszinierend.“
Die Gestaltung des Films konzentrierte
sich dabei nicht zwanghaft auf eine Beschwörung authentischer Settings.
Maybury, der bei einigen Filmen Derek Jarmans mitgearbeitet hat, entwickelte
mit seiner Produzentin ein eher freies Konzept eines historischen Films.
Chiara Menage: "Wir wollten den sklavischen Reproduktionszwang
eines Kostümfilms vermeiden und uns auf die Figuren in ihren eingegrenzten
Räumen konzentrieren. Wir waren nicht an peripherem Material interessiert,
nur an den Gesichtern. Indem wir sie fest einrahmten, konnten wir die
Atmosphäre herstellen, die wir wollten. So brauchten wir weder
aufwendige Straßenkulissen noch große Komparsenheere –
wir konnten das 60er-Jahre-Setting einfach über die Garde-robe
vermitteln."
James Maybury: "Im Grunde war Bacon selbst für uns der oberste
Produktions-Designer. Ich glaube, das Aussehen des Films ist eine Referenz
an Bacon; aber wir haben das erreicht, ohne auf eine direkte Interpretation
zurückzugreifen.“
Als Daniel Farson – Bacons Freund und Biograph, der im Film eine
Nebenrolle spielt – Derek Jacobis Darstellung von Francis Bacon
sah, fand er sich von der beinahe unheimlichen Ähnlichkeit getroffen.
"Es ist nicht nur die physische Ähnlichkeit, die unglaublich
ist – auch die Bewegungen, die Manieriertheit, die Wachsamkeit
von Bacon. Die Art, wie er ging, wie er sich schnell drehte –
Eigenschaften von ihm, die ich beinah vergessen hatte."
Chiara Menage führt aus, warum sich die Charaktere
in LOVE IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon nicht für
eine üppige Reproduktion der 60er-Epoche eignen: "Bacons Bildsprache,
seine Figuren vor ihrem sehr begrenzten Hintergrund und auch sein ganzer
Freundeskreis existieren in einer fensterlosen, stickigen, klaustrophobischen
Welt. Sie bilden einen Anachronismus – im Einklang weder mit ihrer
Zeit noch mit ihrer Umgebung."
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FRANCIS
BACON (1909-1992)
Bacon gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen
Malern des 20. Jahrhunderts. Bis zuletzt hielt er fest am Drama der
menschlichen Existenz als zentralem Thema der Kunst - und am menschlichen
Körper als dessen perfekter Projektionsfläche. Darin folgte
er Picasso, dessen eigene Obsession für die malerische Tradition
ja ebenfalls legendär ist.
Oft wird Bacons Malerei als "expressionistisch" eingestuft:
Durch brutale Verzerrung und verschmierte Farbe entstellte Körper,
kraftvolle Verschmelzung von Gesichtsgrimasse – der schreiende
Mund, die Geste der Verzweiflung – und fahlem Fleisch. Ihm selbst
jedoch war der Vergleich mit dem idealistischen Ansatz der Expressionisten
verhasst. Vielmehr ging es ihm um den "Versuch, die Erscheinung
mit Hilfe der Gesamtheit der Empfindungen, die diese Erscheinung in
mir hervorruft, einzufangen."
Bacon wollte mit seiner Malerei Fragmente der Wirklichkeit darstellen,
ohne diese – seine – Wirklichkeit dabei zu kommentieren.
Insofern lässt sich seine Malerei eher als "realistisch"
charakterisieren: Ein von Grund auf moderner Realismus allerdings, der
das gestalterische Repertoire, das der Malerei in der zweiten Hälfte
des 20. Jahrhunderts zur Verfügung stand, in radikaler Weise nutzt.
Die englische Familie Bacons, der 1909 in Dublin geboren wird, siedelt
1925 zurück nach London. Sein künstlerisches Interesse entdeckt
Francis 1927 bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Berlin und Paris
und aufgrund einer Picasso-Ausstellung in der Galerie Paul Rosenfeld.
In London arbeitet er zunächst als Innenarchitekt und Möbeldesigner.
Erst 1933 malt Bacon seine ersten bedeutenden Bilder, von denen einige
in der Mayor Gallery in London ausgestellt werden. Ein Jahr später
hat er seine erste Einzelausstellung in der Transition Gallery. Doch
1936 erlebt er einen herben Rückschlag: bei der Internationalen
Surrealisten-Ausstellung werden seine Bilder als „nicht surrealistisch
genug“ abgelehnt.
Nachdem er im Kriegsjahr 1941 einen Großteil seiner Bilder zerstört
hat, braucht er drei Jahre, um wieder künstlerisch tätig sein
zu können. Es folgt eine Phase des eher lockeren Lebenswandels,
die ihn mit Figuren wie Lucian Freud, Muriel Belcher und Henrietta Moraes
zusammenbringt – und des öfteren nach Monte Carlo führt,
um seine Spielleidenschaft zu befriedigen.
Zur Bestreitung des Lebensunterhalts beginnt Bacon 1950 eine Lehrtätigkeit
am Royal College of Art in London. 1951 werden neue Bilder von ihm in
der Hanover Gallery ausgestellt, 1954 nimmt er an der 27. Biennale in
Venedig teil.
Gestützt wird seine internationale Bedeutung durch mehrere Retrospektiven,
u.a. im Institute of Contemporary Arts (London 1955) und im Guggenheim-Museum
(New York 1963). 1964 lernt er George Dyer kennen – ihre Beziehung
wird von Bacon immer wieder in seinen Bildern aufgegriffen. Den Suizid
Dyers 1971 verarbeitet er im Triptychon IN MEMORY OF GEORGE DYER.
Die letzte Schaffensphase ist zugleich die Zeit der großen internationalen
Würdigungen. Er erhält Retrospektiven in der Tate Gallery,
in der Staatsgalerie Stuttgart, der Berliner Nationalgalerie, sogar
(als einer der wenigen westlichen Künstler) in der Tretjakow Galerie
in Moskau.
1991, nach einem Besuch der Velazquez-Ausstellung im Madrider Prado,
stirbt Bacon.
Zu Mayburys Film sagt Christoph Vitali, Direktor
des Hauses der Kunst München: "Ich habe mir den Film mit großem
Interesse angesehen, und er hat mir gut, sogar sehr gut gefallen. Bei
einem Künstler, der seine privaten existentiellen Nöte so
ausstellt, fast exhibitionistisch ausstellt, wie Francis Bacon dies
in seinem Werk getan hat, ist eine subjektivistisch gefärbte Annäherung
an die Privatperson nicht nur erlaubt, sondern sogar notwendig. Der
Film bringt die Gequältheit in diesem Leben sehr schön zum
Ausdruck und zeigt auch sehr treffend das sadomasochistische Wechselspiel
zwischen ihm und seinem Geliebten. Die schauspielerischen Leistungen
der beiden Hauptdarsteller sind großartig. In der jahrelangen
Beschäftigung mit dem Künstler macht man sich natürlich
ein Bild von ihm als Mensch. Ich muss gestehen, dass Bacon in der Darstellung
von Derek Jacobi ziemlich exakt und für mich verblüffend diesem
Bild entspricht. (...)"
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JOHN
MAYBURY
John Maybury ist Filmemacher und Bildender
Künstler. Während der 70er Jahre drehte er seine ersten Filme
in der und über die Londoner Punk-Szene. Während seiner Ausbildung
an der Kunstschule in den späten 70er Jahren drehte er Super-8-Kurzfilme
und -Features, bevor er für den mittlerweile verstorbenen Regisseur
Derek Jarman als Kostümdesigner und Ausstatter arbeitete, unter
anderem für den Punkfilm JUBILEE (1978). John gesteht, dass ihm
erst die Arbeit mit Jarman zeigte, "was erwachsenes Filmemachen
bedeutet."
Während der 80er Jahre stellte Maybury im ICA aus und arbeitete
mit der Michael Clark Dance Company, Psychic TV und dem Performance-Künstler
Leigh Bowery. Für Derek Jarman schnitt er THE LAST OF ENGLAND (1987)
und übernahm die Ausstattung für Jarmans Verfilmung des WAR
REQUIEM von Benjamin Britten (1988), deren Kriegs-Sequenzen er ebenfalls
montierte.
Er führte Regie bei einer Vielzahl von Musikvideos, unter anderem
für Neneh Cherry, Everything but the Girl, Boy George und Morrisey,
und arbeitete mit Sinead O'Connor an NOTHING COMPARES 2U. Der Clip gewann
vier MTV-Awards – darunter Bestes Video –
und wurde für einen Grammy nominiert.
1992 trat Tilda Swinton an Maybury heran, um eine filmische Interpretation
von Manfred Karges Bühnenstück MAN TO MAN umzusetzen, die
im selben Jahr den International Critics Prize beim Edinburgh Film Festival
davontrug.
1993 schrieb er und führte Regie bei REMEMBRANCE OF THE THINGS
FAST, der eine Fülle an Preisen gewann, darunter den Los Angeles
Critics Circle Award in der Kategorie Best Independent/Experimental
Film. 1995 setzte er seine Zusammenarbeit mit Tilda Swinton
fort, aus der in der Folge die Video-Installation MY MIND IS RACING
für die Barbican Art Gallery und eine Dokumentation von Swintons
Performance-Installation THE MAYBE in der Serpentine Gallery hervorgingen.
1996 wurden seine beiden Filme MALEDICTA ELECTRONICA und GENETRON im
ICA, in der Tate Gallery und der Anthony D'Offay Gallery, London, gezeigt.
1998 erhielt Maybury die Chance , mit LOVE IS THE DEVIL seinen ersten
Langfilm zu drehen, der auf einigen Festivals prämiert wurde (unter
anderem BESTER FILM auf dem Edinburgh International Film Festival) und
ein internationaler Erfolg wurde.
Mayburys nächster Langfilm war der Science-Fiction-Thriller THE
JACKET (2005) mit Adrien Brody, Keira Knighley, Kris Kristofferson,
Jennifer Jason Leigh und wieder Daniel Craig in den Hauptrollen. Momentan
dreht Maybury in Schottland die Macbeth-Verfilmung COME LIKE SHADOWS,
die 2008 in die Kinos kommen soll. Macbeth und Lady Macbeth werden von
Sean Bean und Tilda Swinton gespielt.
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DEREK
JACOBI
Die breitgefächerte Karriere des 1938
in Leytonstone geborenen Darstellers umfaßt den britischen und
internationalen Film sowie Theater und Fernsehen. 1994 erhielt der renommierte
Shakespeare-Schauspieler für seine Leistungen den Titel "Sir"
verliehen.
Zu seinen zahlreichen Filmerfolgen zählen die Klassiker DER SCHAKAL
(1972), DIE AKTE ODESSA (1974) und DER SCHRECKEN DER MEDUSA (1978).
Unter der Regie von Kenneth Branagh, dessen Schauspiellehrer und Mentor
er war, spielte Jacobi in HENRY V. (1989), SCHATTEN DER VERGANGENHEIT
(1990) und im Mammutwerk HAMLET (1996).
Mit seiner Darstellung des stotternden römischen Kaisers Claudius
in der Fernseh-Fassung von Robert Greves' Historien-Bestseller ICH CLAUDIUS
kam er 1976 zu internationalem Renommee. Zu seinen großen Fernseh-Rollen
gehören seine Auftritte als detektivischer Mönch in der Serie
CADFAEL(1994) nach den Bestsellern von Ellis Peters und als Computer-pionier
Alan Turing, der im 2. Weltkrieg den Kode der deutschen Verschlüsselungsmaschine
"Enigma" knackt, in der BBC-Produktion BREAKING THE CODE (1996).
Auf der Bühne spielte Jacobi den kompletten Shakespeare: Er war
zu sehen in der Rolle des Hamlet und des Octavian in ANTONIUS UND CLEOPATRA.
Er spielte den Prospero in DER STURM und den Benedick in einer Inszenierung
von VIEL LÄRM UM NICHTS der Royal Shakespeare Company. Außerdem
konnte man ihn als Cyrano in CYRANO DE BERGERAC auf einer Tournee der
RSC und in vielen anderen Bühnenstücken, darunter PEER GYNT,
RICHARD II., RICHARD III., BECKET, MACBETH, LOVE FOR LOVE und ONKEL
WANJA bewundern. In England erhielt er für seine Theaterarbeit
alle großen Auszeichnungen, in den USA u.a. den „Tony“
(1985).
Auch in den letzten Jahren war Jacobi in einigen Filmen beschäftigt,
u.a. in GLADIATOR (2000), GOSFORD PARK (2001) und EINE ZAUBERHAFTE NANNY
(2005).
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DANIEL
CRAIG
Craig, geboren 1968, wuchs als Sohn eines
Stahlarbeiters und einer Kunstlehrerin in Liverpool auf. Im Alter von
16 Jahren zog er nach London, wo er sich dem NATIONAL YOUTH THEATRE
anschloss. Wie auch Ewan McGregor und Joseph Fiennes besuchte er die
Guildhall School of Music and Drama, wonach Theaterauftritte u.a. im
Old Vic folgten.
Seine Filmkarriere begann 1992 mit einer Nebenrolle in John G. Avildsens
IM GLANZ DER SONNE, größere Bekanntheit erlangte er aber
erst 1996 mit einer Hauptrolle in der neunteiligen Miniserie OUR FRIENDS
IN THE NORTH. Nach einigen Rollen in ambitionierteren Filmen wie LOVE
IS THE DEVIL (1998), ELIZABETH (1998) und THE TRENCH (1999) wurde Craig
auch in kommerziell ausgerichteten Produktionen besetzt (LARA CROFT:
TOMB RAIDER, ROAD TO PERDITION).
Es folgten in einer prämierten Leistung Roger Mitchells DIE MUTTER
(2004) und Steven Spielbergs MUNICH (2005), bevor im Oktober dieses
Jahres offiziell bekannt gegeben wurde, dass Craig als Nachfolger von
Pierce Brosnan der sechste Darsteller des fiktiven britischen Geheimagenten
JAMES BOND sein wird. Die Vorlage des ersten Films ist das literarische
Bond-Debüt von Ian Fleming, CASINO ROYALE (Kinostart 2006).
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TILDA
SWINTON
Tilda Swinton wurde einer größeren
Öffentlichkeit durch ihre Rolle als ORLANDO (1992) in Sally Potters
Adaption des gleichnamigen Virginia-Woolf-Klassikers bekannt und gilt
seitdem als eine der interessantesten Schauspielerinnen des europäischen
Kinos.
Schon lange davor verband sie eine intensive Zusammenarbeit mit dem
verstorbenen englischen Regisseur Derek Jarman, in dessen Filmen CARAVAGGIO
(1986), THE LAST OF ENGLAND (1987), WAR REQUIEM (1988), THE GARDEN (1990)
und WITTGENSTEIN (1992) sie mitwirkte. 1991 gewann sie den Preis als
Beste Darstellerin beim Film Festival in Venedig für ihre Rolle
in Jarmans EDWARD II.
Mit Regisseur John Maybury arbeitete sie bereits bei dessen preisgekröntem
BFI-Film MAN TO MAN (1991) zusammen. In den letzten Jahren spielte sie
in Filmen von Danny Boyle, Cameron Crowe, Spike Jonze, Mike Mills und
Jim Jarmush.
2006 wird sie in NICO zu sehen sein, der Verfilmung des Lebens der deutschstämmigen
Velvet-Underground-Sängerin – natürlich in der Hauptrolle.
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Stand 08/06 - Irrtümer vorbehalten
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