LOVE IS THE DEVIL - STUDIE FÜR EIN PORTRAIT VON FRANCIS BACON


ein Film von John Maybury
GB 1997, 89 Minuten, Farbe, OmU

Edinburgh International Film Festival 1998:
Bester Film und beste Darsteller (Derek Jacobi & Daniel Craig)

Buch & Regie: John Maybury
Kamera: John Mathieson
Schnitt: Daniel Goddard
Ausstattung: Alan MacDonald
Kostüme: Annie Symons
Musik: Ryuichi Sakamoto
Produktion: Chiara Menage
Ausführende Produzenten: Frances-Anne Solomon, Ben Gibson, Patrice Haddad, Asai Takashi
Berater: Daniel Farson

Eine Koproduktion von BBC Films und dem BFI in Zusammenarbeit mit Premiere Heure, Uplink, Arts Council of England, Parnters in Crime und STATE.



KURZINFORMATION

LOVE IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon ist der erste Spielfilm über den berühmten, kontroversen Maler Francis Bacon (1909-92). Mit Sir Derek Jacobi (ICH, CLAUDIUS; HAMLET) in der Rolle Bacons und Daniel Craig (dem neuen James Bond) als George Dyer, Liebhaber, Modell und Muse des Künstlers, gelang dem Autor und Regisseur John Maybury ein spannendes und stilsicheres Debüt, das die Ästhetik und Faszination der Malerei Bacons originell in einen Spielfilm überträgt.

Vor dem Hintergrund der Boheme im Swinging London der 60er Jahre, wo Kunstwelt und demi monde nahtlos miteinander verschmelzen, verfolgt LOVE IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon die turbulente und dramatische Liebesgeschichte zwischen Bacon und Dyer, deren emotionale Dynamik der Maler in seinen berühmten Portraits von Dyer festgehalten hat, von ihrem ersten Zusammentreffen bis zum tragischen Ende.

Unterstützt wird der dramatische Ton durch die Musik des mehrfach preisgekrönten japanischen Komponisten Ryuichi Sakamoto ( Der letzte Kaiser; Himmel über der Wüste). Mayburys Drehbuch zu LOVE IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon
stützt sich unter anderem auf die Bacon-Biographie "The Gilded Gutter Life Of Francis Bacon" von Daniel Farson, einem engen Freund des Künstlers. Farson, der im November 1997 starb, stand bei den Dreharbeiten als Berater zur Verfügung; im Film ist er in einer Nebenrolle zu sehen.


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INHALT

Swinging London, 1964: Der junge George Dyer (DANIEL CRAIG), ein kleiner Ganove aus dem Londoner East End, bricht ins Haus des Künstlers Francis Bacon (DEREK JACOBI) ein, stürzt dabei durchs Oberlicht in dessen Atelier und wird von Bacon überrascht. Statt den Eindringling jedoch der Polizei auszuliefern, macht der Künstler ihn zu seinem Liebhaber.

Bacon, erfolgreich und umstritten, ist Zentrum einer Boheme von Künstlern, Fotografen, Literaten, Modellen und Lustknaben, die ihn hofieren und um seine Aufmerksamkeit buhlen. Dyer, der Kleinkriminelle aus dem Arbeiterviertel, entdeckt eine neue Welt: Eine Welt, in der er sich unwohl fühlt, die ihn jedoch magisch anzieht. Beim Sex mit dem Masochisten Bacon übernimmt der junge Proletarier die dominante Rolle; und so glaubt er, auch den Rest unter Kontrolle zu haben: "Ich hab’ das Sagen", behauptet er gegenüber seinen alten Freunden, die ihn, verständnislos und angewidert, vor seinem neuen Umgang warnen. Bacon hingegen pariert die höhnischen Kommentare seiner Clique über den Mangel an intellektueller Brillanz seines Lovers: "George hat Qualitäten – eine Mischung aus Amoral und Unschuld."

Dyer wird zur Muse des Malers; "ein gewöhnlicher Raufbold, transformiert zum Erzengel". Er inspiriert den Künstler zu einigen seiner besten und erfolgreichsten Portraits und genießt die Aufmerksamkeit, die Bacon ihm als Modell schenkt. Doch im "Colony Room", Bacons Lieblingsbar, die das Paar häufig besucht, bleibt er eine Randfigur im Schatten des Meisters und seiner intellektuellen Freunde. Bacon wird als "größter Maler der Welt" im britischen Fernsehen gefeiert – Dyer, Inhalt seiner Bilder, spült das Geschirr und befriedigt den sex-uellen Appetit des Künstlers. Als Bacon gefragt wird, ob er in seinen Bildern seine Gefühle zeige, ist die rüde Antwort: "Ich zeige lieber zwei fickende Männer."

Das Wechselbad aus Zärtlichkeit und Kaltherzigkeit zehrt an Dyer, der seine alten Freunde aufgab, ohne neue zu finden. Langsam verliert er jeden Halt. Er leidet unter Alpträumen und betäubt sich durch immer exzessiveren Konsum von Alkohol und Drogen. Bacons Affären mit anderen Männern steht er in hilfloser Eifersucht gegenüber; verzweifelt wehrt er sich gegen die Sticheleien aus Bacons Freundeskreis: "Ihr habt keine Ahnung, was zwischen Francis und mir vorgeht."

"Ich werde bald sterben", behauptet Dyer gegenüber Bacon, und der erwidert: "Ich werd’ Dir einen Leichenwagen schicken." Der Maler zeigt sich zunehmend angeödet von seinem Lebensgefährten; gleichzeitig jedoch nutzt er Dyer weiter für seine Kunst, indem er seine Qual und Zerrissenheit in seinen Bildern zum Ausdruck bringt: "Es gibt keine Schönheit
ohne Wunde."

Um endlich Aufmerksamkeit zu erregen, erstattet Dyer Anzeige wegen Drogenbesitzes gegen Bacon. Bei der Durchsuchung von dessen Haus findet die Polizei tatsächlich Drogen – sie gehören Dyer. Bacon reagiert auf solche Eskapaden mit Nonchalance und üppigen Geld-geschenken, aber nicht, wie Dyer stets erhofft, mit verstärkter Zuneigung. Bacon ist sich des Dilemmas durchaus bewußt, doch er weiß sich und seinem Geliebten nicht zu helfen: "Trage ich einen zerstörerischen Dämon in mir, oder ist einfach die Liebe der Teufel?"

Bei einem Aufenthalt in New York wird Bacon von der Meldung überrascht, daß Dyer sich gerade vom "Seagram"-Hochhaus stürzen will. Dyer, völlig berauscht, läßt sich schließlich retten. Der Künstler glaubt, daß sein Freund sich nicht wirklich umbringen wollte, sondern
nur den dramatischen Effekt suchte. Der Lebemann Bacon will seinen Lover nun endgültig loswerden – doch der Maler Bacon will sein Modell behalten. In Paris wird eine große Retrospektive seines Werkes vorbereitet. "Du wirst im Grand Palais hängen, George – das ist viel schicker, als aus einem Hotel auf der falschen Seite Manhattans zu hängen!" Dyer will trotzdem nicht mitkommen, aber Bacon insistiert: "Natürlich kommst Du mit – Du bist die Ausstellung!"

1971, im Grand Palais in Paris: Die Vernissage der Retrospektive gerät zum grandiosen Triumph für Bacon; endgültig und weltweit ist er nun als "der größte unter den lebenden Malern" anerkannt. Dyer ist nicht erschienen; im Hotelzimmer würgt er zur selben Zeit einen todbringenden Cocktail aus Alkohol und Tabletten hinunter. Nur so gelingt es ihm, die Verbindung zu lösen. Bacon trauert, auf seine eigene Art: "Die Sonne verzehrt sich... Es ist das einzige, was gewiß ist im Leben – daß alles erlischt, daß alles stirbt."


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Der Film

„Der Film porträtiert unzimperlich und zupackend den Maler Bacon, der seinerseits vehement und ziemlich rücksichtslos sein Modell porträtierte, gern auf dem Klo, das Blut strömt aus allen Körperöffnungen, die Farben klatschen auf die Leinwand. Maybury versucht mit filmischen Mitteln einer Malkunst nahe zu kommen, die nicht erzählt, sondern fühlt, und die nicht repräsentieren, sondern Kräfte einfangen will. Sein malerischer, sensibler, ungestümer Film kommt dem Kraft-Maler Bacon näher als es dem gleichgesinnten Philosophen Gilles Deleuze gelingt, der die berühmte Studie zu Francis Bacon geschrieben hatte - aber naturgemäß aufs Wort rekurrieren musste.“ (Dietrich Kuhlbrodt in der epd Film)

John Maybury wollte sich nicht den Einschränkungen einer konventionellen Biographie-Verfilmung unterwerfen. LOVE IS THE DEVIL basiert zwar auf glaubwürdig überlieferten Ereignissen, und der Film stützt sich auf tatsächliche Begebenheiten im Leben der porträtierten Charaktere, dennoch bleibt er eine persönliche Interpretation: Study for a Portrait of Francis Bacon. "Ich wollte Atmosphäre schaffen, nicht historisches Detail. Was mich an Bacons Leben am meisten interessiert, sind die Gemälde, die Dyer darstellen. Die Dynamik zwischen einem Künstler und seiner Muse und die Entscheidungen, die ein Künstler zwischen seiner Arbeit und seinem Privatleben treffen muß. Ich finde das faszinierend.“

Die Gestaltung des Films konzentrierte sich dabei nicht zwanghaft auf eine Beschwörung authentischer Settings. Maybury, der bei einigen Filmen Derek Jarmans mitgearbeitet hat, entwickelte mit seiner Produzentin ein eher freies Konzept eines historischen Films.

Chiara Menage: "Wir wollten den sklavischen Reproduktionszwang eines Kostümfilms vermeiden und uns auf die Figuren in ihren eingegrenzten Räumen konzentrieren. Wir waren nicht an peripherem Material interessiert, nur an den Gesichtern. Indem wir sie fest einrahmten, konnten wir die Atmosphäre herstellen, die wir wollten. So brauchten wir weder aufwendige Straßenkulissen noch große Komparsenheere – wir konnten das 60er-Jahre-Setting einfach über die Garde-robe vermitteln."

James Maybury: "Im Grunde war Bacon selbst für uns der oberste Produktions-Designer. Ich glaube, das Aussehen des Films ist eine Referenz an Bacon; aber wir haben das erreicht, ohne auf eine direkte Interpretation zurückzugreifen.“

Als Daniel Farson – Bacons Freund und Biograph, der im Film eine Nebenrolle spielt – Derek Jacobis Darstellung von Francis Bacon sah, fand er sich von der beinahe unheimlichen Ähnlichkeit getroffen. "Es ist nicht nur die physische Ähnlichkeit, die unglaublich ist – auch die Bewegungen, die Manieriertheit, die Wachsamkeit von Bacon. Die Art, wie er ging, wie er sich schnell drehte – Eigenschaften von ihm, die ich beinah vergessen hatte."

Chiara Menage führt aus, warum sich die Charaktere in LOVE IS THE DEVIL - Study for a Portrait of Francis Bacon nicht für eine üppige Reproduktion der 60er-Epoche eignen: "Bacons Bildsprache, seine Figuren vor ihrem sehr begrenzten Hintergrund und auch sein ganzer Freundeskreis existieren in einer fensterlosen, stickigen, klaustrophobischen Welt. Sie bilden einen Anachronismus – im Einklang weder mit ihrer Zeit noch mit ihrer Umgebung."


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FRANCIS BACON (1909-1992)

Bacon gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen Malern des 20. Jahrhunderts. Bis zuletzt hielt er fest am Drama der menschlichen Existenz als zentralem Thema der Kunst - und am menschlichen Körper als dessen perfekter Projektionsfläche. Darin folgte er Picasso, dessen eigene Obsession für die malerische Tradition ja ebenfalls legendär ist.

Oft wird Bacons Malerei als "expressionistisch" eingestuft: Durch brutale Verzerrung und verschmierte Farbe entstellte Körper, kraftvolle Verschmelzung von Gesichtsgrimasse – der schreiende Mund, die Geste der Verzweiflung – und fahlem Fleisch. Ihm selbst jedoch war der Vergleich mit dem idealistischen Ansatz der Expressionisten verhasst. Vielmehr ging es ihm um den "Versuch, die Erscheinung mit Hilfe der Gesamtheit der Empfindungen, die diese Erscheinung in mir hervorruft, einzufangen."

Bacon wollte mit seiner Malerei Fragmente der Wirklichkeit darstellen, ohne diese – seine – Wirklichkeit dabei zu kommentieren. Insofern lässt sich seine Malerei eher als "realistisch" charakterisieren: Ein von Grund auf moderner Realismus allerdings, der das gestalterische Repertoire, das der Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Verfügung stand, in radikaler Weise nutzt.

Die englische Familie Bacons, der 1909 in Dublin geboren wird, siedelt 1925 zurück nach London. Sein künstlerisches Interesse entdeckt Francis 1927 bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Berlin und Paris und aufgrund einer Picasso-Ausstellung in der Galerie Paul Rosenfeld.

In London arbeitet er zunächst als Innenarchitekt und Möbeldesigner. Erst 1933 malt Bacon seine ersten bedeutenden Bilder, von denen einige in der Mayor Gallery in London ausgestellt werden. Ein Jahr später hat er seine erste Einzelausstellung in der Transition Gallery. Doch 1936 erlebt er einen herben Rückschlag: bei der Internationalen Surrealisten-Ausstellung werden seine Bilder als „nicht surrealistisch genug“ abgelehnt.

Nachdem er im Kriegsjahr 1941 einen Großteil seiner Bilder zerstört hat, braucht er drei Jahre, um wieder künstlerisch tätig sein zu können. Es folgt eine Phase des eher lockeren Lebenswandels, die ihn mit Figuren wie Lucian Freud, Muriel Belcher und Henrietta Moraes zusammenbringt – und des öfteren nach Monte Carlo führt, um seine Spielleidenschaft zu befriedigen.

Zur Bestreitung des Lebensunterhalts beginnt Bacon 1950 eine Lehrtätigkeit am Royal College of Art in London. 1951 werden neue Bilder von ihm in der Hanover Gallery ausgestellt, 1954 nimmt er an der 27. Biennale in Venedig teil.

Gestützt wird seine internationale Bedeutung durch mehrere Retrospektiven, u.a. im Institute of Contemporary Arts (London 1955) und im Guggenheim-Museum (New York 1963). 1964 lernt er George Dyer kennen – ihre Beziehung wird von Bacon immer wieder in seinen Bildern aufgegriffen. Den Suizid Dyers 1971 verarbeitet er im Triptychon IN MEMORY OF GEORGE DYER.

Die letzte Schaffensphase ist zugleich die Zeit der großen internationalen Würdigungen. Er erhält Retrospektiven in der Tate Gallery, in der Staatsgalerie Stuttgart, der Berliner Nationalgalerie, sogar (als einer der wenigen westlichen Künstler) in der Tretjakow Galerie in Moskau.

1991, nach einem Besuch der Velazquez-Ausstellung im Madrider Prado, stirbt Bacon.

Zu Mayburys Film sagt Christoph Vitali, Direktor des Hauses der Kunst München: "Ich habe mir den Film mit großem Interesse angesehen, und er hat mir gut, sogar sehr gut gefallen. Bei einem Künstler, der seine privaten existentiellen Nöte so ausstellt, fast exhibitionistisch ausstellt, wie Francis Bacon dies in seinem Werk getan hat, ist eine subjektivistisch gefärbte Annäherung an die Privatperson nicht nur erlaubt, sondern sogar notwendig. Der Film bringt die Gequältheit in diesem Leben sehr schön zum Ausdruck und zeigt auch sehr treffend das sadomasochistische Wechselspiel zwischen ihm und seinem Geliebten. Die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller sind großartig. In der jahrelangen Beschäftigung mit dem Künstler macht man sich natürlich ein Bild von ihm als Mensch. Ich muss gestehen, dass Bacon in der Darstellung von Derek Jacobi ziemlich exakt und für mich verblüffend diesem Bild entspricht. (...)"


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JOHN MAYBURY

John Maybury ist Filmemacher und Bildender Künstler. Während der 70er Jahre drehte er seine ersten Filme in der und über die Londoner Punk-Szene. Während seiner Ausbildung an der Kunstschule in den späten 70er Jahren drehte er Super-8-Kurzfilme und -Features, bevor er für den mittlerweile verstorbenen Regisseur Derek Jarman als Kostümdesigner und Ausstatter arbeitete, unter anderem für den Punkfilm JUBILEE (1978). John gesteht, dass ihm erst die Arbeit mit Jarman zeigte, "was erwachsenes Filmemachen bedeutet."

Während der 80er Jahre stellte Maybury im ICA aus und arbeitete mit der Michael Clark Dance Company, Psychic TV und dem Performance-Künstler Leigh Bowery. Für Derek Jarman schnitt er THE LAST OF ENGLAND (1987) und übernahm die Ausstattung für Jarmans Verfilmung des WAR REQUIEM von Benjamin Britten (1988), deren Kriegs-Sequenzen er ebenfalls montierte.
Er führte Regie bei einer Vielzahl von Musikvideos, unter anderem für Neneh Cherry, Everything but the Girl, Boy George und Morrisey, und arbeitete mit Sinead O'Connor an NOTHING COMPARES 2U. Der Clip gewann vier MTV-Awards – darunter Bestes Video –
und wurde für einen Grammy nominiert.

1992 trat Tilda Swinton an Maybury heran, um eine filmische Interpretation von Manfred Karges Bühnenstück MAN TO MAN umzusetzen, die im selben Jahr den International Critics Prize beim Edinburgh Film Festival davontrug.

1993 schrieb er und führte Regie bei REMEMBRANCE OF THE THINGS FAST, der eine Fülle an Preisen gewann, darunter den Los Angeles Critics Circle Award in der Kategorie Best Independent/Experimental Film. 1995 setzte er seine Zusammenarbeit mit Tilda Swinton
fort, aus der in der Folge die Video-Installation MY MIND IS RACING für die Barbican Art Gallery und eine Dokumentation von Swintons Performance-Installation THE MAYBE in der Serpentine Gallery hervorgingen.

1996 wurden seine beiden Filme MALEDICTA ELECTRONICA und GENETRON im ICA, in der Tate Gallery und der Anthony D'Offay Gallery, London, gezeigt.

1998 erhielt Maybury die Chance , mit LOVE IS THE DEVIL seinen ersten Langfilm zu drehen, der auf einigen Festivals prämiert wurde (unter anderem BESTER FILM auf dem Edinburgh International Film Festival) und ein internationaler Erfolg wurde.
Mayburys nächster Langfilm war der Science-Fiction-Thriller THE JACKET (2005) mit Adrien Brody, Keira Knighley, Kris Kristofferson, Jennifer Jason Leigh und wieder Daniel Craig in den Hauptrollen. Momentan dreht Maybury in Schottland die Macbeth-Verfilmung COME LIKE SHADOWS, die 2008 in die Kinos kommen soll. Macbeth und Lady Macbeth werden von Sean Bean und Tilda Swinton gespielt.


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DEREK JACOBI

Die breitgefächerte Karriere des 1938 in Leytonstone geborenen Darstellers umfaßt den britischen und internationalen Film sowie Theater und Fernsehen. 1994 erhielt der renommierte Shakespeare-Schauspieler für seine Leistungen den Titel "Sir" verliehen.
Zu seinen zahlreichen Filmerfolgen zählen die Klassiker DER SCHAKAL (1972), DIE AKTE ODESSA (1974) und DER SCHRECKEN DER MEDUSA (1978).

Unter der Regie von Kenneth Branagh, dessen Schauspiellehrer und Mentor er war, spielte Jacobi in HENRY V. (1989), SCHATTEN DER VERGANGENHEIT (1990) und im Mammutwerk HAMLET (1996).

Mit seiner Darstellung des stotternden römischen Kaisers Claudius in der Fernseh-Fassung von Robert Greves' Historien-Bestseller ICH CLAUDIUS kam er 1976 zu internationalem Renommee. Zu seinen großen Fernseh-Rollen gehören seine Auftritte als detektivischer Mönch in der Serie CADFAEL(1994) nach den Bestsellern von Ellis Peters und als Computer-pionier Alan Turing, der im 2. Weltkrieg den Kode der deutschen Verschlüsselungsmaschine "Enigma" knackt, in der BBC-Produktion BREAKING THE CODE (1996).

Auf der Bühne spielte Jacobi den kompletten Shakespeare: Er war zu sehen in der Rolle des Hamlet und des Octavian in ANTONIUS UND CLEOPATRA. Er spielte den Prospero in DER STURM und den Benedick in einer Inszenierung von VIEL LÄRM UM NICHTS der Royal Shakespeare Company. Außerdem konnte man ihn als Cyrano in CYRANO DE BERGERAC auf einer Tournee der RSC und in vielen anderen Bühnenstücken, darunter PEER GYNT, RICHARD II., RICHARD III., BECKET, MACBETH, LOVE FOR LOVE und ONKEL WANJA bewundern. In England erhielt er für seine Theaterarbeit alle großen Auszeichnungen, in den USA u.a. den „Tony“ (1985).

Auch in den letzten Jahren war Jacobi in einigen Filmen beschäftigt, u.a. in GLADIATOR (2000), GOSFORD PARK (2001) und EINE ZAUBERHAFTE NANNY (2005).


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DANIEL CRAIG

Craig, geboren 1968, wuchs als Sohn eines Stahlarbeiters und einer Kunstlehrerin in Liverpool auf. Im Alter von 16 Jahren zog er nach London, wo er sich dem NATIONAL YOUTH THEATRE anschloss. Wie auch Ewan McGregor und Joseph Fiennes besuchte er die Guildhall School of Music and Drama, wonach Theaterauftritte u.a. im Old Vic folgten.

Seine Filmkarriere begann 1992 mit einer Nebenrolle in John G. Avildsens IM GLANZ DER SONNE, größere Bekanntheit erlangte er aber erst 1996 mit einer Hauptrolle in der neunteiligen Miniserie OUR FRIENDS IN THE NORTH. Nach einigen Rollen in ambitionierteren Filmen wie LOVE IS THE DEVIL (1998), ELIZABETH (1998) und THE TRENCH (1999) wurde Craig auch in kommerziell ausgerichteten Produktionen besetzt (LARA CROFT: TOMB RAIDER, ROAD TO PERDITION).

Es folgten in einer prämierten Leistung Roger Mitchells DIE MUTTER (2004) und Steven Spielbergs MUNICH (2005), bevor im Oktober dieses Jahres offiziell bekannt gegeben wurde, dass Craig als Nachfolger von Pierce Brosnan der sechste Darsteller des fiktiven britischen Geheimagenten JAMES BOND sein wird. Die Vorlage des ersten Films ist das literarische Bond-Debüt von Ian Fleming, CASINO ROYALE (Kinostart 2006).



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TILDA SWINTON

Tilda Swinton wurde einer größeren Öffentlichkeit durch ihre Rolle als ORLANDO (1992) in Sally Potters Adaption des gleichnamigen Virginia-Woolf-Klassikers bekannt und gilt seitdem als eine der interessantesten Schauspielerinnen des europäischen Kinos.
Schon lange davor verband sie eine intensive Zusammenarbeit mit dem verstorbenen englischen Regisseur Derek Jarman, in dessen Filmen CARAVAGGIO (1986), THE LAST OF ENGLAND (1987), WAR REQUIEM (1988), THE GARDEN (1990) und WITTGENSTEIN (1992) sie mitwirkte. 1991 gewann sie den Preis als Beste Darstellerin beim Film Festival in Venedig für ihre Rolle in Jarmans EDWARD II.

Mit Regisseur John Maybury arbeitete sie bereits bei dessen preisgekröntem BFI-Film MAN TO MAN (1991) zusammen. In den letzten Jahren spielte sie in Filmen von Danny Boyle, Cameron Crowe, Spike Jonze, Mike Mills und Jim Jarmush.

2006 wird sie in NICO zu sehen sein, der Verfilmung des Lebens der deutschstämmigen Velvet-Underground-Sängerin – natürlich in der Hauptrolle.


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Stand 08/06 - Irrtümer vorbehalten