| NACHBARINNEN
ein Film von Franziska Meletzky
Deutschland 2004, 88', Farbe
Darsteller
Dagmar Manzel, Grazyna Szapolowska, Jörg Schüttauf, Berndt Stübner, Ramona Libnow, Helge Lang, Detlef Kapplusch, Kirsten Block, Matthias Brenner, Simone Kabst, Frank Auerbach, Marcus Kaloff, Wolfgang Boos, Marylu Poolman
Stab
Regie: Franziska Meletzky
Drehbuch: Elke Rössler
Kamera: Alexandra Czok
Montage: Jürgen Winkelblech
Szenenbild: Leonie von Arnim
Originalton: Tino Degen
Ton Supervisor: Holger Lehmann
Musik: Eike Hosenfeld & Moritz Denis
Script/Continuity: Matthias Junge
Herstellungsleitung: Mathias Schwerbrock
Herstellungsleitung: HFF Holger Lochau
Produktionsleitung: Anke Hartwig
Filmgeschäftsführung: Andreas Schumann
Aufnahmeleitung: Holger Reibiger
Oberbeleuchter: Birger Müller
Bauten: Markus Schröder, Ingrid Ziegler
Maske: Ute Sybille Schmitz, Lara Feldmann
Kostümbild: Andrea Schein
Tonmischung: Holger Lehmann
O-Tonschnitt: Andreas Drost
Musikaufnahme: Michael Pregler, Titus Maderlechner
Musikmischung: Michael Pregler, Benjamin Krbetschek
Postproduction-Supervisor: Niklas Bäumer
Redaktion RBB: Cooky Ziesche
Producer: Jan Philip Lange, Lydia Elmer
Produzenten Ernst Ludwig Ganzert, Wolfgang Tumler, Anke Hartwig, Jan Philip Lange, Niklas Bäumer
Ein Produktion der EIKON Media GmbH, JUNIFILM GmbH, HFF „Konrad Wolf“ und des Rundfunks Berlin-Brandenburg RBB
Gefördert mit Mitteln der Mitteldeutsche Medienförderung und Filmboard Berlin-Brandenburg
KURZINHALT
Wer liebt, riskiert zu leiden – wer nicht liebt, leidet schon. Die alleinstehende Paketfahrerin Dora (Dagmar Manzel) lebt zurückgezogen in einem Leipziger Plattenbau und meistert ihren Alltag mit trockenem Humor. Ihr ruhiges, geordnetes Leben gerät aus den Fugen, als sie ihre geheimnisvoll-faszinierende polnische Nachbarin Jola (Grazyna Szapolowska) verstecken muss. Jola ist überzeugt, im Affekt getötet zu haben. Widerwillig nimmt Dora sie bei sich auf – doch Jolas Faszination kann sie sich nicht entziehen. Doras Vertrauen zu dieser direkten, impulsiven Frau wächst - gerade weil Jola genau die Fragen stellt, die sich sonst keiner zu fragen wagt. Da erfährt Dora, dass sich die Vorwürfe gegen Jola komplett zerschlagen haben. Doch anstatt Entwarnung zu geben, belügt Dora Jola sogar über den Stand der Polizeiermittlungen, um ihre polnische Nachbarin bei sich zu behalten...
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INHALT
Die Paketfahrerin Dora fährt tagaus tagein durch das Viertel ihrer Vorstadt. Die Leute kennen sie und warten auf ihre Pakete. Aber auf Dora wartet nach Dienstschluss niemand. Seit sie vor einiger Zeit von ihrem Mann verlassen wurde, lebt sie allein und hat sich von der Hausgemeinschaft des Plattenbaublocks zurückgezogen. Der Einzige, mit dem sie sich neben ihrer zielstrebigen, jüngeren Schwester austauscht, ist ihr langjähriger Nachbar Conny. Unten im Haus ist eine kleine Kneipe, das „Bernds“. Im „Bernds“ arbeitet seit kurzem die Polin Jola, eine nicht mehr ganz junge, faszinierend geheimnisvolle Frau, die in der einfachen Kneipe merkwürdig deplaziert wirkt.
Eines Nachts steht Jola verletzt und in einem offenkundigen Zustand von Panik vor Doras Wohnungstür und verschafft sich Einlass. Jola erzählt Dora, dass sie ihren Chef Bernd, auf die Anschuldigung hin, sie hätte sein Geld gestohlen, mit dessen eigener Waffe in Notwehr erschossen hat. Jola bittet Dora flehentlich darum, sich eine Nacht bei ihr verstecken zu dürfen. Dora bleibt angesichts der Fußverletzung Jolas und ihrer vehementen Weigerung sich der Polizei zu stellen, nichts anderes übrig. Nur widerwillig lässt sich Dora auf die Rolle der Gastgeberin ein, zumal sie durch die Notsituation gezwungen wird, ihr Eheschlafzimmer wieder zu beziehen, dass sie seit dem Weggang ihres Mannes nicht mehr benutzt. Doch in Jola findet Dora unerwartet eine Freundin, die Fragen stellt, die sonst keiner zu fragen wagt und sie mit Wahrheiten konfrontiert, die Dora bisher erfolgreich verdrängte. Sie beginnt sich zu öffnen und Vertrauen zu fassen. Da erfährt sie, dass Bernd im Krankenhaus liegt und sich mittlerweile die Anschuldigungen gegen Jola komplett zerschlagen haben. Als Dora Jola – die jetzt Pläne schmiedet weiterzuziehen – die befreiende Nachricht überbringen will, bringt sie es angesichts der Vorstellung, Jola schon wieder zu verlieren, nicht fertig. Schlimmer noch, sie belügt sie und erzählt ihr, es werde fieberhaft nach ihr gesucht. Doras Plan scheint aufzugehen.
Als Jola allerdings herausfindet, dass Dora sie belügt, kommt es zu einem heftigen Streit, in dem Dora Jola am Ende die Wahrheit sagt. Um Jola, die daraufhin die Wohnung verlassen will, an der Flucht zu hindern, schließt Dora sie ein. Im Kampf um den Schlüssel schlägt Dora unglücklich auf einer Kante auf. Verletzt und erschöpft muss Dora nun verstehen, dass es Zeit ist, Jola freizugeben.
Jolas Wohnung ist verlassen, niemand weiß, wo sie ist. Dora fährt wieder Pakete aus und trifft wieder ihren Nachbar Conny - trotzdem hat sie sich verändert. Eines Tages erhält sie eine Karte aus Holland – mit Jolas jetziger Adresse.
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DIE SCHAUSPIELER
Die junge Regisseurin Franziska Meletzky macht mit diesem Film ihr Diplom an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Drehbuchautorin Elke Rössler schlug ihrer Regie-Kollegin Franziska Meletzky zunächst ein Roadmovie mit zwei Frauen vor. Doch bald entwickelte sich die jetzige Geschichte, ein Kammerspiel, in dessen Zentrum die ungewöhnliche Beziehung zweier Frauen in den Vierzigern steht. Für Franziska Meletzky stand die Idealbesetzung für ihren Film von Anfang an fest: Dagmar Manzel, die polnische Schauspielerin Grazyna Szapolowska und Jörg Schüttauf.
DAGMAR MANZEL konnte schnell für die Rolle der Dora gewonnen werden. Ihre eigenen Ideen und Vorstellungen von dieser Rolle fanden Widerhall bei der Regisseurin und wurden im Drehbuch umgesetzt. So stellte sich Dagmar Manzel die Rolle der Dora als zurückgezogene und abgeschiedene Frau vor. Die Schauspielerin interessierte an der Figur Dora vor allem deren stille Seite. Manzel wollte eine Frau darstellen, die nicht von einer großen Dramatik betroffen ist, sondern die in einem normalen Leben kleine Rückschläge erleidet, die jeder aus dem Alltag kennt, und die dadurch berühren. „Hinter diese vermeintliche Leere zu kommen ist für mich das Interessante an der Rolle.“ erklärt Dagmar Manzel.
Auch JÖRG SCHÜTTAUF musste nicht lange überredet werden. Seine Begeisterung für die Zusammenarbeit mit jungen talentierten Regisseuren und Filmschaffenden machte ihm die Entscheidung leicht: „Junge Regisseure brennen noch und sind voller Tatendrang. Die Arbeit mit ihnen ist spannend und vor allem macht sie Spaß.“
Für die Rolle der Jola wollte Franziska Meletzky von Anfang an die Polin Grazyna Szapolowska. „Ich verehre sie, seit ich sie in Kieslowskis Film ‚Ein kurzer Film über die Liebe’ gesehen habe.“ Deshalb ist die junge Regisseurin extra nach Warschau gefahren und hat sich dort mit Grazyna Szapolowska zu einem Gespräch getroffen. Mit Erfolg, denn die Polin stand nun in der Rolle der Jola vor der Kamera.
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DIE DREHARBEITEN
Gedreht wurde in Leipzig-Mockau. Hier ist die Regisseurin in einem Plattenbau aufgewachsen und genauso stellte sie sich die Atmosphäre des Films vor. Am Dreh in einer „Platte“ reizte Meletzky die neue Perspektive, die dieses Motiv bietet. „Bisher wurden Plattenbauten nur für ‚Dogmafilme’ genutzt.“ erläutert die Regisseurin. Mit ihrem Film will sie aus diesem Klischee ausbrechen. Bewusst spielt die Geschichte nicht in einer großen geräumigen Altbauwohnung. Eine Plattenbauwohnung mit ihren engen, niedrigen Räumen spiegelt die bedrückende Lage der Gefangenschaft, in der sich Jola befindet, viel besser wieder. Um diese beinahe klaustrophobische Atmosphäre mit der Kamera festhalten zu können, entschied sich das Filmteam dafür, die Wohnungsszenen im Studio zu drehen. Im Studio 3 der Media City in Leipzig wurde dafür die Wohnung der Dora nachgebaut. Den Vorteil des teureren Studiodrehs sieht Produzentin Anke Hartwig darin, dass ein Studio mehr Freiheiten bietet. Wände können im Studio entfernt und somit mehr Platz für die notwendige Technik geschaffen werden: „Ein Originalschauplatz schränkt einfach zu sehr ein.“ Außerdem haben dadurch die Schauspieler mehr Freiheit beim Spiel ihrer Rollen, denn sie haben die Kamera nicht direkt „vor der Nase“ ergänzt Franziska Meletzky.
NACHBARINNEN ist der Diplomfilm von Franziska Meletzky, Alexandra Czok (Kamera), Elke Rössler (Drehbuch) und Anke Hartwig (Produktion) an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg.
DIE REGISSEURIN ÜBER IHREN FILM
„Ich glaube an die Liebe & ihre Möglichkeiten… aber wie sehen diese Möglichkeiten aus? Wenn ich von jemandem fasziniert bin, ihn vielleicht liebe, möchte ich denjenigen einfach halten. Wenn ich sage „Bleib“ – werd’ ich wahrscheinlich nicht gewinnen. Wenn ich sage „Geh“ werd’ ich verlieren. Schweigen ist die schlechteste aller Möglichkeiten. - Damit beschäftigt sich auf tragische wie auch komische Weise mein Erstling NACHBARINNEN.“
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WEITERFÜHRENDE LINKS
www.nachbarinnen-derfilm.de
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Stand 08/05 - Irrtümer vorbehalten
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