PARIS WAS A WOMAN

ein Film von Greta Schiller

Großbritannien, USA, Deutschland 1996

75 Minuten, S/W und Farbe

Wiederaufführung am 4. Oktober 2007

Mit Unterstützung von:
Eurimages, Council of Europa / Commission of the European Communities / MAP-TV / Documentary Media Programme /
New York State Council on the Arts / New York Council for the Humanities / Chicago Resource Center / Paul Robeson Fund. in Assoc. mit VPRO and ARTE.

Publikumspreis Leserjury der SIEGESSÄULE
bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 1996
Publikumspreis beim Festival des Femmes, Créteille 1996


KURZINHALT
Djuna Barnes, Gertrude Stein, Janet Flanner, Sylvia Beach - wer kennt sie nicht! Ein Blick auf das Paris der 20er und 30er Jahre - nicht nur auf Einzelbiographien, sondern auf eine legendäre internationale Gruppe von Frauen, die sich zwischen den beiden Weltkriegen als Schriftstellerinnen, Malerinnen, Fotografinnen und Journalistinnen in Paris zusammengefunden und die Paris zur kulturellen Hauptstadt der Welt gemacht haben.


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INHALT
Colette, Djuna Barnes, Gertrude Stein, Natalie Cillford Barney. - Jede einzelne von ihnen ein Genie - und welch atemberaubendes Potential an kreativer Energie, als die berühmtesten Künstlerinnen der Moderne im ersten Viertel dieses Jahrhunderts in Paris zusammentrafen. Sie begegneten einander nicht zufällig, sondern sie entschieden sich bewusst für die Gemeinschaft, in der ihre Schicksale auf vielfältige und oft überraschende Weise miteinander verflochten waren. Sie bildeten jedoch keine monolithische Gruppe: Uneinigkeiten und Konflikte gab es vor allem hinsichtlich künstlerischer Schwerpunkte, politischer Ansichten und Sexualität. Doch traten diese hinter ihrer Freundschaft und dem Respekt vor der Arbeit der jeweils anderen zurück. Wie unterschiedlich ihre Voraussetzungen und Ziele auch waren, was sie vereinte war die Liebe zu Paris, dessen weibliche Eigenschaften es ihnen ermöglichte, sich auf unkonventionelle und selbständige Weise zu verwirklichen und dabei radikale Wege zu beschreiten. Paris bot ihnen die Freiheit, zu leben und zu lieben, wie und wen sie wollten - auch wenn es, wie in ihrem Fall, meistens andere Frauen waren.

Durch grundlegende Recherche, bisher unveröffentlichtem Filmmaterial, sowie durch Gemälde, Zeichnungen, literarische Fragmente und so manche Anekdote läßt Greta Schiller in ihrem Film die Stimmung und das Lebensgefühl dieser Frauen und der Stadt, in der sie lebten, lebendig werden: Sie porträtiert die Schriftstellerinnen Colette, Djuna Barnes und Gertrude Stein, die Malerinnen Romaine Brooks und Marie Laurencin, die Fotografinnen Berenice Abbott und Giselle Freund, die Publizistinnen und Buchhändlerinnen Sylvia Beach und Adrienne Monnier und die Journalistin Janet Flanner.

Ein neuer Blick auf das zauberhafte Paris der 20er und 30er Jahre.

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DRAMATIS PERSONAE
BERENICE ABBOTT – amerikanische Fotografin, deren Karriere damit begann, dass sie während ihrer Mittagspause in Man Rays Studio Portraitaufnahmen von ihren Freunden anfertigte.

MARGARET ANDERSON – Gründerin und Herausgeberin von The Little Review, eines der wichtigsten avantgardistischen Literatur-Magazine in der Zeit zwischen den Weltkriegen.

DJUNA BARNES – Romanautorin, Journalistin, Satirikerin und Bildende Künstlerin, deren bekanntestes Werk der ‚underground’-Klassiker Nachtgewächs ist.

NATALIE CLIFFORD BARNEY – amerikanische, äußerst wohlhabende und berüchtigte lesbische Schriftstellerin und Salon-Gastgeberin, die 70 Jahre lang in Paris lebte.

SYLVIA BEACH – Tochter eines presbyterianischen Priesters; sie gründete den Buchladen Shakespeare and Company und war die erste Verlegerin von James Joyces Ulysses.

GERMAINE BEAUMONT – Schützling und Vertraute von Colette; französische Journalistin und Romanautorin, der der angesehene Prix Theopraste Renaudot für Literatur verliehen wurde.

ROMAINE BROOKS – amerikanische Malerin, die eindringliche Portraits in gedämpften Farben anfertigte; lebenslange Freundin von Natalie Barney.

BRYHER (WINIFRED ELLERMAN) – reiche, englische Erbin, Verlegerin, Schriftstellerin, Kunstmäzenin und antifaschistische Widerstandskämpferin; lebenslange Freundin der Dichterin H.D.

LILY DE CLERMONT-TONNERRE – eine enge Freundin Natalie Barneys und Gertrude Steins; umstrittene Verfasserin zuerst links-, später rechtsorientierter, radikal-politischer Schriften.

COLETTE – eine der angesehensten Autorinnen Frankreichs; verfasste Hunderte von Kurzgeschichten, Romane und Essays.

NANCY CUNARD – englischer Sprössling der Cunard-Dampfschiff- Familie; sie gab die Werte ihrer der Oberschicht angehörenden Eltern auf und wurde Dichterin und Gründerin der avantgardistischen Hours Press.

H.D. (HILDA DOOLITTLE) – Dichterin und Romanautorin, die hauptsächlich in London lebte – mit Abstechern nach Paris; Muse von Ezra Pound; unterzog sich bei Sigmund Freud einer psychotherapeutischen Behandlung.

JANET FLANNER – amerikanische Journalistin,. die 40 Jahre lang für die Zeitung The New Yorker über das Leben in Paris berichtete.

GISÈLE FREUND – aus Deutschland geflüchtete, jüdische Fotografin, die all jene Schriftstellerinnen und Schriftsteller Frankreichs, die bereits berühmt waren oder es bald werden sollten, fotografierte.

EILEEN GRAY – irische Designerin und Architektin, die einen eigenen eleganten und seltenen modernistischen Stil entfaltete und 75 Jahre lang am linke Seineufer vn Paris lebte.

RADCLYFFE HALL – englische Verfasserin des umstrittenen Romans The Well of Loneliness (1928), der für Toleranz gegenüber lesbischen Frauen plädierte und bis 1948 in England verboten war.

JANE HEAP – zusammen mit Margaret Anderson Herausgeberin von The Little Review und inoffizielle literarische Agentin von Gertrude Stein.

MARIE LAURENCIN – französische Malerin, die häufig in den Salons von Natalie Barney und Gertrude Stein verkehrte.

GEORGETTE LE BLANC – französische Opernsängerin, die zwanzig Jahre lang mit der Redakteurin Margaret Anderson zusammenlebte.

MIRNA LOY
– in England geborene, modernistische Dichterin und Designerin, deren Arbeiten in kleineren Literatur-Magazinen veröffentlicht wurden.

ADRIENNE MONNIER – französische Schriftstellerin und Redakteurin, die den führenden Buchladen für avantgardistische französische Literatur, La Maison des Amis des Livres, eröffnet.

NOEL MURPHY – amerikanische Sängerin, deren Haus außerhalb von Paris in Orgeval vielen der ausländischen Frauen am Wochenende als Treffpunkt diente.

SOLITA SOLANO – Redakteurin, Romanautorin, Dichterin und Journalistin, die ihre eigene schriftstellerische Karriere opferte, um Janet Flanner 50 Jahre lang emotional und praktisch unterstützen zu können.

GERTRUDE STEIN – bekannteste und produktivste der modernistischen Schriftstellerinnen von Paris; war auch als Kunstsammlerin tätig und lud wöchentlich in ihren Salon ein.

ALICE B. TOKLAS – lebenslange Gefährtin, Sekretärin, Verlegerin und Muse von Gertrude Stein.

RENÉE VIVIEN – eine begabte Dichterin, die die Nachbarin von Colette und die Geliebte von Natalie Barney war; sie starb im Alter von 31 Jahren in Paris.

DOLLY WILDE – englische Schriftstellerin, die große Ähnlichkeit mit ihrem Onkel Oscar hatte, den sie sehr bewunderte; ihr Alkohol- und Drogenkonsum ging bis zur Selbstzerstörung.

THELMA WOOD – Silverpoint-Künstlerin und Bildhauerin, die in den zwanziger Jahren eine qualvolle Affaire mit Djuna Barnes in Paris hatte.


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GRETA SCHILLER
Die unabhängige amerikanische Filmemacherin Greta Schiller ist international bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Sie produzierte und führte Regie bei den preisgekrönten Dokumentarfilmen: MAXINE SULLIVAN: LOVE TO BE IN LOVE, INTERNATIONAL SWEETHEARTS (1986) und TINY & RUBY: HELL DIVIN’ WOMEN (1988, Premiere bei den Internationalen Film Festspielen Berlin), Filme über die Geschichte amerikanischer Jazzmusikerinnen. Vorher hatte Greta Schiller bereits bei der historischen Dokumentation BEFORE STONEWALL: THE MAKING OF A GAY AND LESBIAN COMMUNITY Regie geführt und co-produziert. Der Film gewann eine Reihe bedeutender Preise, darunter auch den emmy als bester Dokumentarfilm, sowie eine emmy - Nominierung als ‘beste Regisseurin’. 1994 drehte Schiller für Channel Four das halbstündige Drama WOMAN OF THE WOLF, sowie das Video - Tagebuch AGE OF DISSENT.

1998 führte sie Regie bei dem Dokumentarfilm THE MAN WHO DROVE WITH MANDELA, der 1999 den TEDDY der Berlinale für den besten Dokumentarfilm erhielt. 2000 produzierte sie ESCAPE TO LIFE – THE ERIKA AND KLAUS MANN STORY (Regie: Andrea Weiss und Wieland Speck).

Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm I LIVED AT GROUND ZERO über den 9. September 2001 aus der Sicht eines Kindes kam 2002 heraus, gefolgt von RECALL FLORIDA über die 2002-Wahlkampagne von Janet Reno (2003). Greta Schiller gründete gemeinsam mit Andrea Weiss die Productionsfirma Jezebel Productions.


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ANDREA WEISS
Gemeinsam mit Greta Schiller gründete Andrea Weiss die Produktionsfirma Jezebel Productions, mit Sitz in New York und London. Für Ihre Recherche zu BEFRORE STONEWALL gewann sie den emmy („Outstanding Individual Achievement“). Andrea Weiss war Co-Produzentin und Co-Regiesseurin bei INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM, TINY & RUBY: HELL DIVIN’ WOMEN.

Nach PARIS WAS A WOMAN hat Andrea Weiss bei mehreren Filme selbst Regie geführt: A BIT OF SCARLET (1997), THE SEED OF SARAH (1998) und ESCAPE TO LIFE – THE ERIKA AND KLAUS MANN STORY (zusammen mit Wieland Speck, 2000).

Andrea Weiss ist Doktor der Philosphie in Geschichte (Rutgers University) und Autorin zahlreicher Buchveröffentlichungen, darunter VAMPIRES AND VIOLETS (London: Jonathan Cape, 1992), sowie der Neuerscheinung PARIS WAS A WOMEN (London: Pandora/HarperCollins, 1995), dessen deutschsprachige Ausgabe von der Edition Ebersbach aus Dortmund veröffentlicht wurde (als Taschenbuch bei Rowohlt, Neuausgabe 2006).

Momentan lehrt sie im Film/Video Programm am City College an der New Yorker Universität.


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PRESSESTIMMEN
Paris zwischen den Weltkriegen - die unumstrittene Hauptstadt intellektuellen und kulturellen Lebens. Magisch angezogen vom freigeistigen Ambiente des Pariser Kulturmillieus jener Zeit, fanden sich hier Schriftstellerinnen, Fotografinnen, Malerinnen, Journalstinnen aus aller Welt zu einer überaus kreativen Gemeinschaft zusammen, deren Früchte zu Meilensteinen weiblichen Kulturschaffens wurden. In ihrem glänzend recherchierten Portrait läßt die preisgekrönte britische Dokumentarfilmerin Greta Schiller jene faszinierende Epoche wiederaufstehen. Neuentdeckte Archivaufnahmen, Fotos und Interviews zeigen legendäre Größen wie Gertrude Stein, Romaine Brooks, Sylvy Beach, Janet Flanner, Djuna Barnes, Colette und viele andere auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, manchmal aus bislang gänzlich unbekannter, fast intimer Sicht. PARIS WAS A WOMAN ist Spurensuche vom feinsten, ein absolutes Muß nicht nur für intellektuelle Lesben!
siegessäule 02/96

Wer sich für die Frauen interessiert, die in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts das kulturelle Leben am ‘rive gauche’ mitgeprägt haben findet in Greta Schillers gründlich recherchiertem Film PARIS WAS A WOMAN klug dargebotene Auskunft.
Hans - Günther Dicks, Neues Deutschland

Eine andere Art der Erinnerung zeigen Greta Schiller und Andreas Weiss. PARIS WAS A WOMAN heißt ihr Film apodiktisch, historiographisch interessiert er sich für die Frauen in der Kulturhauptstadt des beginnenden 20. Jahrhunderts: Die Schriftstellerinnen Gertrude Stein, Djuna Barnes, die Buchhändlerinnen Adienne Monnier und Sylvia Beach, die Fortografin Gisèle Freund, die Journalistin Jannet Flaneur, um nur einige zu nennen. Aus zeitgenössischem Film- und Fotomaterial sowie aus Interviews (wunderbar: Gisèle Freund) entsteht eine Collage, die ein harmonisches, romantizitisches Bild der weiblichen Existenzen an der ‘rive gauche’ entstehen läßt, an denen man selbst gerne teilgenommen hätte.
Veronika Rall, Frankfurter Rundschau

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PRESSEBILDER

 

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Stand 09/07 - Irrtümer vorbehalten