DIE
UNZERBRECHLICHEN
ein Film von Dominik Wessely
Dokumentarfilm, D 2006, 93 Minuten, Farbe
Festivalpremiere: Internationales Filmfest München 2006
Bundesstart: 18. Januar 2007
Dokumentarfilmpreis des Goetheinstituts, Duisburger Filmwoche 2006
Berndt-Media-Preis, 17. Kinofest Lünen 2006
KURZINHALT
Als die Glashütte Theresienthal im April 2001 Insolvenz anmeldet,
geht eine Tradition des Glasmachens zu Ende, die mehr als ein halbes
Jahrtausend zurückreicht. Die Botschaft scheint klar: für
ein Unternehmen, das sich seit 500 Jahren kaum verändert hat, ist
in einem globalisierten Markt kein Platz mehr. Der Film begleitet ehemalige
Arbeiter des Betriebs, die zusammen mit Partnern der Eberhard von Kuenheim
Stiftung und anderen Mitstreitern einen Neustart für Theresienthal
unternehmen: durch Eigeninitiative, Kreativität und ungewöhnliche
Ideen überwinden sie den schon sprichwörtlichen deutschen
Stillstand und schließlich auch ihre Langzeitarbeitslosigkeit.
Seit August 2004 wird in Theresienthal wieder Glas gemacht.
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INHALT
39 Jahre lang ist das Leben von Max Hannes mit der Kristallglasmanufaktur
Theresienthal verbunden: Im Alter von 14 Jahren beginnt er hier seine
Lehre als Glasschleifer, dann wird er Meister, schließlich Betriebsleiter.
Im April 2001 muß die Glashütte Insolvenz anmelden –
es ist nur einer von 40.000 Firmenzusammenbrüchen in Deutschland
im Jahr 2001. Für die Menschen in Theresienthal bedeutet der Konkurs
das Ende einer Jahrhunderte alten Tradition des Glasmachens. Die Botschaft
scheint klar: Für ein Unternehmen, das heute noch Produkte anbietet
wie vor fünfhundert Jahren, gefertigt mit Methoden wie vor fünfhundert
Jahren, ist in einem globalisierten Markt kein Platz mehr. Max Hannes
und seine Kollegen reihen sich ein in das Heer der fünf Millionen
Arbeitslosen. Zwei Jahre nach der Insolvenz entdecken ein paar junge
Idealisten die marode Glashütte im Bayerischen Wald für sich:
Christoph Glaser, Mirjam Storim und die Eberhard von Kuenheim Stiftung
sind überzeugt, dass nicht alles, was alt ist, deshalb auch wertlos
sein muss. Sie glauben daran, dass selbst in Deutschland die Dinge in
Bewegung kommen können, wenn die Menschen Veränderungen zulassen,
wenn sie Mut fassen und endlich wieder ihre Phantasie einsetzen, um
Neues zu wagen, anstatt nur dem Vergangenen nachzuhängen.
Mit Max Hannes teilen sie einen Traum: In Theresienthal
soll wieder Glas gemacht werden. Das beste in Deutschland. Heute, im
Sommer 2006, wird in Theresienthal nun schon wieder im zweiten Betriebsjahr
Glas gemacht, glüht der Ofen wie in den fünfhundert Jahren
davor. 18 Langzeitarbeitslose, die meisten von ihnen in einem Alter,
in dem andere bereits an die Rente denken, haben wieder dauerhaft Arbeit
gefunden. Sie nennen es "Das Wunder von Theresienthal".
DIE UNZERBRECHLICHEN begleitet Max Hannes, Christoph Glaser,
Mirjam Storim und die Glasmacher von Theresienthal über einen Zeitraum
von drei Jahren bei ihrem zähen Kampf um eines der ältesten
deutschen Traditionsunternehmen. Eine Rettungsgeschichte, die Hoffnung
weckt. Denn erst, nachdem die Glasmacher von Theresienthal schon alles
verloren hatten, konnten sie die Zukunft gewinnen.
Der Dokumentarfilm von Dominik Wessely erzählt aber
nicht nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte – spannend, unterhaltsam
und hautnah zeigt er die Fortschritte und Rückschläge der
Männer aus Theresienthal auf ihrem oft mühsamen Weg zurück
in den Markt. Der Film macht den Zuschauer mit den Protagonisten vertraut
(die, obwohl sie nicht immer dieselbe Sprache sprechen, dennoch das
gleiche Ziel verfolgen), macht die persönlichen Geschichten hinter
der Unternehmensgeschichte spürbar und die Bedeutung, die die Insolvenz
und der Neustart für die Beteiligten haben. So ist DIE UNZERBRECHLICHEN
ein Lehrstück über Eigeninitiative und ein Plädoyer für
partnerschaftliches Engagement geworden.
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DOMINIK
WESSELY ÜBER SEINEN FILM
Wir alle kennen das: Man begegnet einem Menschen, man stößt
auf einen Text. Und plötzlich, von einer Sekunde auf die andere,
ist die Neugier geweckt und eine Ahnung macht sich breit, dass da etwas
wartet, zu dem man sich schon in Beziehung weiß, ohne dass man
recht sagen könnte, wie.
Ein solcher Augenblick steht auch am Anfang der Unzerbrechlichen: Im
Sommer 2003 saß ich in München und lauschte der Erzählung
eines guten Freundes. Er berichtete von einem Erlebnis, das er einige
Tage zuvor gehabt hatte: Er hatte Theresienthal besucht, eine uralte
Glashütte im Bayerischen Wald. Sie war pleite gegangen und rottete
nun vor sich hin. Der Freund beschrieb mir den Ort: den rußgeschwärzten
Dachstuhl, die Halle mit den erkalteten Öfen, die Menetekel des
Untergangs: Normaluhren, alle zur gleichen Zeit stehen geblieben, weil
der Strom abgestellt worden war. Verstaubte Kalenderblätter, die
noch den letzten Arbeitstag anzeigten – den 30. April 2001. Und
er erzählte mir von den Menschen, denen er begegnet war: Arbeitslose
Glasmacher, Männer und Frauen um die 50, die in Tränen ausbrachen,
weil sie immer noch nicht akzeptieren wollten, dass „ihr“
Theresienthal nach fast 600 Jahren auf dem Müllhaufen der Geschichte
gelandet war. Angeregt von meinen inneren Bildern, beschloss ich, die
Hütte selbst zu besuchen. Um es kurz zu machen: Die Wirklichkeit
hielt der Phantasie nicht nur stand, sie überbot sie bei weitem.
So wurden aus einer Erzählung beim Mittagessen knapp drei Jahre
Dreharbeiten, in deren Verlauf wir den mühevollen, aber auch wundersamen
Weg eines der ältesten deutschen Traditionsunternehmen aus der
Pleite zurück in den Markt begleiteten. 240 Stunden Material, aus
denen die Cutterin Anja Pohl 93 Minuten herausdestilliert hat. Ihr Anteil
am Werden der Unzerbrechlichen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt
werden. Nach zahlreichen Arbeiten fürs Formatfernsehen –
von Doku-Soap bis Living History - bedeuten Die Unzerbrechlichen für
mich die Rückkehr zum klassischen Dokumentarfilm als Autorenfilm.
Frei von Redaktions- oder Formatzwängen, gestützt von einem
vertrauensvollen Produzenten, konnten wir über Monate hinweg im
Schneideraum den Film (er)finden, den wir schon die ganze Zeit gedreht
hatten. Die Wiederentdeckung der Langsamkeit als produktives Arbeitsprinzip
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DER
REGISSEUR
Dominik Wessely, geb. 1966. 1989–1991 Studium der Neueren
Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie in München. Von 1991–1996
Studium an der Filmakademie Baden Württemberg, Schwerpunkt Regie
/ Dokumentarfilm. Seither freischaffender Autor und Regisseur.
Filme als Autor/Regisseur (Auswahl):
DIE BLUME DER HAUSFRAU
Dokumentarfilm, 92 Min. Kino
ZDF/Gambit-Film (1998)
BROADWAY BRUCHSAL –
SCHAUSPIELERTRÄUME IN DER PROVINZ
Doku-Serie, 5 x 30 min.
(Co-Regie: Marcus Vetter)
SWR (2000/2001)
GOTTES PLAN UND MENSCHEN HAND
Dokumentarfilm, 52 Min.
filmtank hamburg, SWR, arte (2004)
WINDSTÄRKE 8
– DAS AUSWANDERERSCHIFF 1855
Doku-Serie (Living History) 6x45 Min
Co-Regie: Arne Sinnwell, Gabriele Wengler
ARD, arte, Caligari Film (2005)
PATIENT LANDARZT
Dokumentarfilm, 90 Min.
(Co-Regie: Meinhard Prill)
SWR / Tellux Film (2005)
DIE UNZERBRECHLICHEN
Dokumentarfilm, 93 Min.
Gambit-Film, BR, arte (2006)
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LINKS
Eberhard von Kuenheim Stiftung
> www.kuenheim-stiftung.de
Neustart für Theresienthal
> Über
das Projekt
> Pressestimmen
Kristallglasmanufaktur Theresienthal
> www.theresienthal.de
Das Buch zum Thema
„Unternehmen statt unterlassen…“
von Christoph Glaser und Dominik Wessely
beim > Econ
Verlag
Die Produktionsgesellschaft
> Gambit
Film
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Stand 01/07 - Irrtümer vorbehalten
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